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Papst Leo XIII. mit dem katholischen Segensgruß

weltgeschehen.info
Weltgeschehen aus katholischer Sicht

Nachdem die Menschheit durch den Neid des Teufels von Gott, dem Schöpfer und gültigen Spender der himmlischen Güter, elendiglich zum Abfall gebracht worden ist, hat sie sich seitdem in zwei verschiedene und einander feindliche Heerlager gespalten; während das eine von ihnen einen beständigen Kampf zu führen hat für Wahrheit und Tugend, streitet das andere für das Gegenteil. (Leo XIII. „Humanum Genus“ 1884)

Vermischtes

Das Eheverständnis der Konzilskirche

Mutter mit ihren zwei Kindern tanzt mit Freude

Das Eheverständnis der Konzilskirche und der Trend ‚Tradwives‘

Das besorgniserregende Symptom des traditionellen Frauenbildes bei den Medien und der Konzilskirche

Das Eheverständnis der Konzilskirche und der Trend 'Tradwives': Kühlschrank-Werbung von 1948

Der Trend in den Social Media, das traditionelle Frauenbild und die Rolle der Frau aus den 1950er Jahren wieder aufleben zu lassen, macht den Medien wie dem Deutschlandfunk, NDR und anderen Staatsmedien echt Sorgen. Mit dem Erscheinen der „Tradwives“ haben diese sich bewusst vom Feminismus distanziert. Aber dieser Trend soll sich, glaubt man den Staatsmedien, angeblich politisch als rechts einordnen.

So schreibt der Deutschlandfunk zum Thema ‚Tradwives‘, dem Trend, das Rollenbild der Frau aus den 50er Jahren zu kopieren:

„In den USA seien sie oft lautstarke Trump-Unterstützerinnen, zum Teil MAGA-Anhängerinnen. In Deutschland machen sie Stimmung gegen Einwanderung mit Verweis auf die Gefahren für deutsche Frauen und Kinder, die angeblich davon ausgehen. Mit dem ‚Zurückbeamen in die 50er-Jahre als eine weiße, idyllische Vorstellungswelt‘ negierten Tradwives in den USA auch die Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung oder liberalere Abtreibungsgesetze für Frauen“, heißt es dort.

„Harmloser Content wird aber dann zum Problem, wenn rechte Inhalte daran andocken können: Vom in Szene gesetzten Backen, Putzen und Zöpfe flechten, vom deutschen Wald, der zum Schwärmen einlädt, oder dem Erinnern an die Vorfahren sind es manchmal nur wenige Klicks zu Inhalten über Remigration.“

Der katastrophale Einfluss des Feminismus

Der Feminismus in Anlehnung an das sozialistische und kommunistische Frauenbild hatte so lange die herkömmliche traditionelle Rolle der Frau aus den 50er und 60er Jahren bekämpft, bis sie ihr Ziel erreicht hatten: Die Frau wurde statt Hausfrau und Mutter als Werktätige eingeordnet, ihre Rolle als Mutter wurde verhöhnt lächerlich gemacht. Die Erziehung der Kinder, soweit noch vorhanden, dem Staat überlassen, damit die Kinder mit allen erdenklichen perversen und obszönen Mitteln in ihrer Seele sowohl in den Kitas als auch in den Schulen zerstört werden.

Außerdem ist ein weiteres Ergebnis, dass Deutschland, wie auch andere europäische Länder, „nicht unter einem Überangebot an Müttern, die Mütter sein wollen“, leidet. „Deutschland leidet vielmehr unter einem demographischen Niedergang, feministischer Geringschätzung des Haushalts und einer Staatsordnung, die die Familie als optionales Lifestyle-Accessoire betrachtet“, wie Christ Jackson auf seiner Website zu dem Thema schreibt.

Die Zerstörung der Ehe und der Familie und insbesondere der Kinder schreitet bis auf den heutigen Tag in katastrophaler Weise voran. Der Grund liegt neben den Gründen, die wir in dem Beitrag „Auf dem Weg in den unerlösten Zustand“ beschrieben haben, in der böswilligen Ablehnung des Christentums und der christlichen Moral durch die Ideologen der Frankfurter Schule, die mittels des Ganges durch die Institutionen inzwischen alle wichtigen Bereiche des Staates inklusive der Gerichte besetzt halten. Derweil ist auch die ‚C’DU zu einer linksversifften Partei mutiert, die alle christliche Moral von sich geworfen hat.

Siehe auch den Beitrag:

Der Trend „Tradwives“ lässt aber nicht nur die Journalisten der Staatsmedien anscheinend schlaflos werden, auch die Konzilskirche hat ihr Sorgenkind gefunden. So sieht der ‚Bischof‘ aus der deutschen Konzilskirche Stefan Oster ebenfalls eine Gefahr in dem Trend „Tradwives“. Obwohl er zugeben muss, dass ein langjähriges ideologisches Interesse bestehe, insbesondere von links, Verteidiger der Familie in die „braune Ecke“ zu drängen, ist er mit seiner Stellungnahme bestrebt, dass die Konzilskirche nicht in diese „rechte Ecke“ gedrängt wird.

Dabei hat er dankenswerterweise mit seiner Stellungnahme bewiesen, dass die Konzilskirche mit ihrer Ehemoral die über 1900 Jahre alte Morallehre über die Ehe ersetzt hat.

Dies wollen wir im Folgenden zeigen.

Der falsche ‚Bischof‘ Stefan Oster von Passau über den Trend „Tradwives“

Der falsche ‚Bischof‘ des Bistums Passau wurde von dem falschen ‚Papst‘ Bergoglio ausgewählt für dieses Amt. In seiner Stellungnahme, die er am 26. Februar auf seinem persönlichen Blog veröffentlichte – es gibt auch ein Video-, warnt ‚Bischof‘ Oster vor dem für ihn offensichtlich politisch unkorrekten Anstieg junger Frauen, die sich online als glückliche und erfüllte „traditionelle Ehefrauen“ präsentieren oder danach streben, solche zu werden.

Osters Stellungnahme folgt auf eine Dokumentation mit dem Titel „Die hippen Missionare: Mit Jesus gegen die Freiheit?“, die am 17. Dezember 2025 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Es handelte sich um einen säkularen Film, der die konservative religiöse Haltung bestimmter charismatischer Erneuerungsbewegungen des katholischen Glaubens kritisierte, darunter deren entschiedene Ablehnung von Abtreibung, ihren Glauben an die Existenz gefallener Engel und ihr Eintreten für ein traditionell geordnetes Familienleben.

Bischof Oster, der in der Dokumentation für seine Unterstützung solcher Bewegungen kritisiert wird, erklärt, er habe sich nach Aufforderung durch verschiedene Personen entschlossen, eine Stellungnahme abzugeben, um seine Position zur Rolle der Frau in der Familie zu verdeutlichen.

Interessant ist, dass auch er den Trend ‚Tradwives‘, also das Phänomen der traditionellen Ehefrau auch mit dem aktuellen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, in Verbindung bringt. Trump, der sich selber als konfessionsloser Christ bezeichnet, aber doch als Protestant gilt, ist deshalb nicht gerade für seine persönliche Treue zur traditionellen katholischen Lehre von Ehe und Familie bekannt. Seine ‚Make America Great Again‘-Bewegung (MAGA) aber, bemerkt ‚Bischof‘ Oster, ist „stark mit religiös-konservativen Positionen verbunden“.

Weiterhin erklärt er, dass der ermordete MAGA-Aktivist Charlie Kirk „das Modell der traditionellen Ehefrau propagierte und sich zusammen mit seiner Frau Erika als Teil dieses Familienmodells präsentierte“. Er fügt hinzu, dass das Modell der traditionellen Ehefrau „offenbar eine beträchtliche Anziehungskraft auf politisch rechte Narrative ausübt“.

Chris Jackson fasst Osters Rhetorik zusammen in die Worte:

„Und weil er beweisen will, dass er nicht ‚einer von diesen‘ Katholiken ist, bedient er sich amerikanischer Kulturkampfsymbole, als wäre der Epheserbrief für deutsche Fernsehproduzenten geschrieben worden. Er zieht die ‚MAGA‘-Bewegung mit hinein, beschwört den verstorbenen Charlie Kirk als Symbolfigur und verwendet wertvolle Zeit darauf, alle zu versichern, dass Trump ‚gefährlich‘ sei. Diese ganze Inszenierung verrät, was ihm wirklich wichtig ist: nicht die Wahrheit, ob nun aktuell oder unpassend, sondern die Abgrenzung von seinem Ruf.“

Was ist eine „traditionelle“ Frau?

Eine sogenannte „traditionelle Ehefrau“ ist, wie Mario Derksen in seinem Beitrag auf novusordowatch (Link siehe weiter unten) schreibt, „eine Frau, die ihre gottgegebene Rolle als Mutter und Hausfrau annimmt und sich ihrem Mann unterordnet, der wiederum das Familienoberhaupt ist und die vorrangige Pflicht hat, seine Frau und die Kinder zu lieben, zu unterstützen und zu beschützen. Diese natürliche Familienordnung steht im krassen Gegensatz zur feministischen Ideologie, die unsere westliche Gesellschaft seit Jahrzehnten faktisch beherrscht und auch in das Lehramt“ der neuen Kirche Einzug gehalten hat.

Weiter schreibt Mario Derksen:

„Wie zu erwarten war, präsentiert sich Oster in seiner Erklärung als treu der Lehre der Kirche, die er in der Mitte zwischen zwei Extremen verortet: einer marxistischen Auffassung der Familie als soziales Konstrukt, das ausgelöscht werden muss, und dem, was er als rechtsgerichtete Auffassung von starren und erzwungenen ‚Geschlechterrollen‘ ansieht, in denen der Ehemann die Ehefrau frauenfeindlich dominiert.

Seine vorgeschlagene Position als die wahre und orthodoxe Lehre steht jedoch im Widerspruch zur seit jeher bestehenden, traditionellen römisch-katholischen Lehre; und er weiß das. Tatsächlich gibt er dies offen zu und merkt an, dass die traditionelle Lehre seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine ‚Entwicklung‘ erfahren habe, die mit der vorherigen Auffassung unvereinbar sei, wie wir später sehen werden.“

Osters Ablehnung der zeitlosen römisch-katholischen Lehre der Ehe

Osters Blogbeitrag und Video, in dem er „Tradwives und Trump“ kritisiert, beginnen wie folgt:

Seit einiger Zeit diskutieren Christen, die sich an der Heiligen Schrift und der Tradition orientieren, in den sozialen Medien über ein uraltes Phänomen, das in neuem Gewand erscheint: sogenannte „Tradwives“ (Frauen mit einem sehr traditionellen Verständnis von Geschlechterrollen) mit dem „Jesus-Glow“. Diese frommen Frauen präsentieren sich in den sozialen Medien in strahlender Kleidung und perfekt inszenierter Ästhetik und sprechen über ihre Selbstverwirklichung durch Kinder, Haushalt und Kirche – sie „unterordnen“ sich gehorsam ihren Ehemännern, die sie bereitwillig als Familienoberhaupt anerkennen – und finden ihr Glück als Mütter und Hausfrauen. Sie tun dies aus bewusster Treue zur Heiligen Schrift, der sie kompromisslos folgen wollen – und sie tun es im Glauben an Christus, der sie mit innerer Freude erstrahlen lässt („Jesus-Glow“).

(Stefan Oster SDB, „Über Tradwives und Trump …“, Stefan-Oster.de, 26. Februar 2026)

Was sollen wir also davon halten?

Weiß Bischof Oster etwa nicht, was das Neue Testament über die christliche Familie sagt? Doch, natürlich weiß er es: „Tatsächlich finden sich im Neuen Testament Passagen, die ein solches Selbstverständnis vom Leben einer Frau untermauern können, zum Beispiel Kol. 3,18, Eph. 5,22, 1. Petr. 3,1 oder 1. Tim. 2,9–10“, räumt der falsche Hirte ein. Beachten Sie jedoch seine vorsichtige Wortwahl. Er gibt nicht zu, dass dies die biblische Lehre ist ; er stimmt lediglich zu, dass die genannten Passagen „zur Untermauerung“ der traditionellen Frauenposition herangezogen werden können.

Auch zitiert er ausführlich die Lehre des hl. Paulus an die Epheser über die christliche Familie (5, 21 – 6, 7). Ohne theologisch gebildet zu sein, ist der Paulinische Text nicht schwer zu verstehen: Die christliche Ehe spiegelt die Beziehung Christi zur Kirche wider. Daraus ergeben sich bestimmte Konsequenzen.

So schreibt Franziskus A. P. Solá SJ:

„Der Ehemann soll das Bild und die Rolle Christi verkörpern; deshalb soll er das Haupt sein und seine Frau lieben wie sich selbst. Die Ehefrau verkörpert in ähnlicher Weise die Kirche; deshalb soll sie sich ihrem Mann in allem unterordnen. Mann und Frau repräsentieren in dieser familiären Gemeinschaft als Ganzes jene mystische Vereinigung, die ein wahres und wahrlich großes Geheimnis darstellt.“ (Franziskus A. P. Solá SJ, Über die Heiligen Weihen und die Ehe, Nr. 184; Hervorhebungen hinzugefügt. In: Sacrae Theologiae Summa , Bd. IV-B, übersetzt von Pater Kenneth Baker [Saddle River, NJ: Keep the Faith, 2016], S. 171)

Die Auslegung des falschen Hirten über die paulinische Lehre der Ehe

Dennoch muss der falsche Hirte von Passau, der der Konzilskirche angehört, als konservativ gilt und trotzdem nicht katholisch ist, einen Weg finden, diese klare und schöne Lehre zu umgehen. Um zu sehen, wie er das tut, zitieren wir seine „Erklärung“ vollständig:

Paulus spricht in diesem Zusammenhang von drei Beziehungen, in denen – angesichts der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse – die schwächere Partei zuerst genannt wird: Frauen im Verhältnis zu Männern, Kinder im Verhältnis zu ihren Vätern und Sklaven im Verhältnis zu ihren Herren.

Meiner Ansicht nach beschreibt Paulus diese gesellschaftlichen Beziehungen und die ihnen innewohnenden Machtungleichgewichte zunächst deskriptiv und akzeptiert sie als gegeben. Schließlich ist Paulus mit dem Schöpfungsbericht vertraut, demzufolge infolge des Ungehorsams der Menschheit gegenüber Gott Macht und Begierde mit negativen Konnotationen auch die Beziehung zwischen Mann und Frau prägen: „Du sollst unter der Herrschaft deines Mannes sein, und er soll über dich herrschen“ (1. Mose 3, 16).

Die bestehenden sozialen Beziehungen nach dem Sündenfall zu akzeptieren, ist eine Sache. Doch mit Christus und durch seine Liebe wird die ursprüngliche Gleichheit der Menschenwürde in den vom Glauben an Christus geprägten Lebensumständen tiefgreifend wieder in Erinnerung gerufen – und dies vermag dauerhaften Wandel zu bewirken. Selbst wenn „Unterordnung“ gemeint ist, definiert Paulus sie völlig neu. Er bettet die bestehenden Machtungleichgewichte in ein neues Gefüge der Liebe und gegenseitigen Unterordnung ein, in gemeinsame Verantwortung und in die Unterordnung beider Geschlechter unter Christus.

Das bedeutet, dass Paulus erkennt und betont, wie bestehende Beziehungen von innen heraus gewandelt werden und in eine neue Situation der gegenseitigen Anerkennung gleicher Würde geführt werden. Dies gilt analog für die Beziehungen zwischen Sklaven und Herren sowie zwischen Kindern und Vätern.

Alle Machtverhältnisse finden ihren Maßstab in der Beziehung zum Herrn, der die Liebe selbst ist – und der sich radikal für uns erniedrigt hat, damit wir in ihm wachsen können. In der Beziehung zwischen Mann und Frau ist Paulus in seiner Forderung radikal: Männer sollen ihre Frauen lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat! Mit anderen Worten: Christus starb aus Liebe für seine Gemeinde.

Der falsche ‚Bischof‘ Oster gibt eine neue Auslegung des Epheserbriefes. Er argumentiert, Paulus beschreibe im Grunde die „gesellschaftlich vorgegebenen Machtverhältnisse“ in einer gefallenen Welt, und das Christentum löse diese Verhältnisse „von innen heraus“ allmählich in Gegenseitigkeit auf. Deshalb stützt er sich so stark auf den modernen Begriff der „gegenseitigen Unterordnung“.

Indem er die paulinische Lehre als ‚deskriptiv‘ bezeichnet, kann er – wie das 2. Vatikanische Konzil es ja tat – an eine Weiterentwicklung des apostolischen Gebotes glauben. Schließlich hat sich die Gesellschaft ‚weiterentwickelt‘. Somit kann die Konzilskirche in ihren ‚lehramtlichen Texte‘ nicht mehr von der Unterordnung der Ehefrau sprechen, weil die Kirche ihr Verständnis ‚vertieft‘ habe.

Konservativer Novus-Ordo-Bischof warnt vor dem Trend zu „Tradwives“!

Mario Derksen gibt uns eine genauere Analyse dieser Erklärung von ‚Bischof‘ Oster. Denn dieser Text ist nicht leicht als ungeheuerlich zu erkennen:

Zunächst stellt Oster die göttlich inspirierten Worte des Paulus fälschlicherweise als bloße Beschreibung der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse dar, als unglückliche Umstände, die er einfach „als gegeben hinnahm“. Das ist jedoch reine Verdrehung der Tatsachen.

Denn Paulus beschreibt ganz offensichtlich nichts, er gebietet:

(a) Ehefrauen unterordnen sich ihren Ehemännern;

(b) Ehemänner lieben und schätzen ihre Ehefrauen;

(c) Kinder gehorchen ihren Eltern;

(d) Diener gehorchen ihren Herren

als eine Frage der gelebten Umsetzung des Evangeliums. Dies geht deutlich aus den theologischen Gründen hervor, die der Apostel für seine Ermahnungen angibt, nämlich:

(a‘) „weil der Mann das Haupt der Frau ist, wie Christus das Haupt der Kirche ist“ und „die Kirche Christus untertan ist“.

(b‘) weil „auch Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, indem er sie durch das Wort im Wasserbad reinigte“.

(c‘) weil „dies gerecht ist“ und teilweise das vierte Gebot erfüllt: „Ehre deinen Vater und deine Mutter“.

(d‘) weil sie damit „den Willen Gottes tun“

Dies zeigt, dass Paulus die unglücklichen gesellschaftlichen Verhältnisse nicht einfach als gegeben hinnimmt und sozusagen das Beste daraus macht; nein, er befürwortet sie ausdrücklich als angemessen und richtig und als Ausdruck der von Gott gewollten und eingesetzten Ordnung:

Christus ist das Haupt der Kirche (vgl. Kol. 1,18); Christus liebt die Kirche als seine Braut, die aus seiner geöffneten Seite kam, wie Eva aus Adams Rippe geschaffen wurde (vgl. Leo XIII., Divinum Illud , Nr. 5; Pius XII., Mystici Corporis , Nr. 26-28; Gen. 2,21-23; 3,20; Joh. 19,34); Vater und Mutter wurden von Gott eingesetzt, um Autorität über ihre Kinder auszuüben (vgl. Lk. 2,51; Kol. 3,20); Und der Herr hat die Aufsicht über seine Knechte (siehe Mt. 8,9; vgl. Mt. 18,17.34; Joh. 13,16; Hebr. 13,17).

Die Unterwerfung der Ehefrau unter ihren Ehemann

In seinem Versuch, die unpopuläre Lehre des Paulus von der Gehorsamspflicht der Frau gegenüber ihrem Mann zu umgehen, beruft sich Oster auf Gen 3,16, wo berichtet wird, was Gott zu Eva unmittelbar nach dem Sündenfall von ihr und Adam sagte: „Und zur Frau sprach er: Ich will dir Schmerzen und Schwangerschaften mehren; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären, und du sollst unter der Gewalt deines Mannes sein, und er soll über dich herrschen.“

Der pseudokatholische Bischof von Passau nutzt diese Passage, um zu suggerieren, dass die Unterordnung der Frau unter den Mann eine unglückliche Folge der Erbsünde sei (wie beispielsweise der Schmerz bei der Geburt) und nicht Teil von Gottes ursprünglichem Plan, den Christus wiederhergestellt habe (vgl. Mt 19,3–9). Mit anderen Worten: Oster vertritt offenbar die Ansicht, dass Gottes ursprünglicher Plan für Mann und Frau Gleichberechtigung vorsah, nicht die Unterordnung der Frau unter den Mann.

Dies ist jedoch nicht wahr. Die Unterordnung der Frau unter den Mann lässt sich bis zur Erschaffung Evas aus Adam zurückverfolgen:

„Und Gott der HERR formte aus der Rippe, die er von Adam genommen hatte, eine Frau und brachte sie zu Adam. Und Adam sprach: Diese ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; sie soll Frau heißen, denn sie ist vom Mann genommen“ (1. Mose 2,22–23); „Er schuf sich von ihm eine Gehilfin, ihm ähnlich“ (Sir 17,5a); „Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren noch über den Mann zu herrschen, sondern sie soll in Stille sein. Denn Adam wurde zuerst geschaffen, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, sondern die Frau wurde verführt und geriet in Übertretung“ (1. Timotheus 2,12–14).

Papst Leo XIII. lehrt ausdrücklich:

Der Mann ist das Oberhaupt der Familie und das Haupt der Frau. Die Frau, die von seinem Fleisch und Bein von seinem Bein ist, soll sich ihrem Mann unterordnen und ihm gehorchen; nicht als Dienerin, sondern als Gefährtin, damit es ihrem Gehorsam weder an Ehre noch an Würde mangelt. Da der Mann Christus und die Frau die Kirche repräsentiert, soll in dem, der gebietet, und in der, die gehorcht, stets eine himmlische Liebe wirken, die beide in ihren jeweiligen Pflichten leitet. Denn „der Mann ist das Haupt der Frau, wie Christus das Haupt der Kirche ist …

Wie nun die Kirche sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern in allem unterordnen“ [Eph. 5, 23–24]. (Papst Leo XIII., Enzyklika Arcanum Divinae)

Mit dem Einzug der Sünde änderte sich, dass die angemessene Unterordnung für die Frau nun schwierig und lästig geworden ist und der Mann in Versuchung gerät, sie zu beherrschen.

Der bedeutende Bibelwissenschaftler Pater Cornelius a Lapide (1567–1637) beschreibt die Unterordnung der Frau unter den Mann nach dem Sündenfall folgendermaßen: „Nicht mehr wie zuvor, willig, freudig, mit wunderbarer Süße und Harmonie, sondern oft widerwillig, mit großem Ärger und Widerstand. Denn der Mann hat nun die Macht erhalten, seine Frau zu zügeln und zu bestrafen.“ (Commentaria in Genesim, Kap. III, V. 16; übersetzt mit ChatGPT aus dem Lateinischen: „Non ut prius sponte, libens, mira suavitate et concordia, sed sæpe invita, cum summa molestia et repugnantia. Accepit enim hic vir potestatem uxorem coercendi et puniendi.“).

Oster versucht, die klare apostolische Lehre von der Pflicht der Ehefrau zur Unterordnung unter den Ehemann als „gegenseitige (!) Unterordnung“ – das Ausrufezeichen in Klammern stammt von Oster – neu zu interpretieren. Tatsächlich sagt Paulus in Eph. 5, 21: „Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi.“ Wie dies zu verstehen ist, wird jedoch in den folgenden Versen (Eph. 5, 22–6,7) erläutert, die wir bereits analysiert haben. Paulus lehrt keineswegs, dass sich Ehemänner ihren Frauen unterordnen sollen, genauso wenig wie er Eltern nahelegt, sich ihren Kindern unterzuordnen.

Andere Stellen im Neuen Testament bestätigen dies. Zum Beispiel: „Ich will euch aber wissen lassen, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi“ (1. Kor. 11,3); „Denn so schmückten sich auch früher die heiligen Frauen, die auf Gott vertrauten, indem sie sich ihren eigenen Männern unterordneten“ (1. Petr. 3,5).

Aber wie steht es mit der Gleichberechtigung?

Im Zuge seines Versuchs, die Unterordnungspflicht der Ehefrau gegenüber ihrem Ehemann aufzuheben, lenkt Bischof Oster das Gespräch plötzlich auf die Würde der Ehepartner. Dies erlaubt es ihm, leicht von Gleichheit zu sprechen, denn Mann und Frau sind in der Tat gleich an Würde, da die Frau ebenso wie der Mann nach dem Bild Gottes geschaffen ist. Gleichheit der Würde impliziert jedoch keineswegs Gleichheit der Autorität. Die Betonung der persönlichen Würde ist daher nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver.

Die Lehre von Papst Pius XI. ist in dieser Angelegenheit ziemlich eindeutig:

1664 In der Familiengemeinschaft, deren festes Gefüge dergestalt die Liebe ist, muss dann auch die „Ordnung der Liebe“, wie es der heilige Augustinus nennt, zur Geltung kommen. Sie besagt die Überordnung des Mannes über Frau und Kinder und die willfährige Unterordnung, den bereitwilligen Gehorsam von Seiten der Frau, wie ihn der Apostel mit den Worten empfiehlt: Die Frauen sollen ihren Männern untertan sein wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie Christus das Haupt der Kirche ist. (Eph. 5, 22-23)

1665 Die Unterordnung der Gattin unter den Gatten leugnet und beseitigt nun aber nicht die Freiheit, die ihr auf Grund ihrer Menschenwürde und der hehren Aufgabe, die sie als Gattin, Mutter und Lebensgefährtin hat, mit vollem Recht zusteht. Sie verlangt auch nicht von ihr, dass sie allen möglichen Wünschen des Mannes willfahre, auch denen, die vielleicht unvernünftig sind oder der Frauenwürde kaum entsprechen. Sie ist endlich nicht so zu verstehen, als ob die Frau auf einer Stufe stehen sollte mit denen, die das Recht als Minderjährige bezeichnet und denen es wegen mangelnder Reife und Lebenserfahrung die freie Ausübung ihrer Rechte nicht zugesteht.

Was sie aber verbietet, ist Ungebundenheit und übersteigerte Freiheit ohne Rücksicht auf das Wohl der Familie. Was sie verbietet, das ist, im Familienkörper das Herz vom Haupt zu trennen zu größtem Schaden, ja mit unmittelbarer Gefahr seines völligen Untergangs. Denn wenn der Mann das Haupt ist, dann ist die Frau das Herz, und wie er das Vorrecht der Leitung, so kann und soll sie den Vorrang der Liebe als ihr Eigen- und Sonderrecht in Anspruch nehmen.

1666 Grad und Art der Unterordnung der Gattin unter den Gatten können sodann sehr verschieden sein, je nach den verschiedenen persönlichen, örtlichen und zeitlichen Verhältnissen. Wenn der Mann seine Pflicht nicht tut, ist es sogar die Aufgabe der Frau, seinen Platz in der Familienleitung einzunehmen. Aber den Aufbau der Familie und ihr von Gott selbst erlassenes und bekräftigtes Grundgesetz einfach hin umzukehren oder anzutasten, ist nie und nirgends erlaubt.

Weiter unten im selben Text schreibt Papst Pius XI.:

1708 Jene Rechtsgleichheit aber, die hier in so übertriebener Weise beansprucht wird, besteht hinsichtlich der Persönlichkeitsrechte und der Menschenwürde und in dem, was dem Vertrag entspringt und der Ehe eigentümlich ist; hierin erfreuen sich in der Tat beide Gatten gleicher Rechte und haben gleiche Pflichten; in den übrigen Dingen aber muss eine gewisse Ungleichheit und Abstufung herrschen, wie sie das Familienwohl und die notwendige Einheit und Festigkeit der häuslichen Gemeinschaft und Ordnung fordern.

Diese Passagen von Papst Pius XI. klären im Grunde die gesamte Debatte. Der Heilige Vater stellt klar, dass die Unterordnung der Ehefrau unter ihren Ehemann in keiner Weise ihre Menschenwürde mindert und den Ehemann auch nicht dazu berechtigt, seine Frau wie eine Sklavin oder eine Schwachsinnige zu behandeln. Vielmehr ist sie Teil der von Gott „gestifteten und bestätigten“ Ordnung der Familie, und das bedeutet, dass sie sich niemals ändern kann, sondern „immer und überall“ gleich bleiben muss, selbst in unserer ach so „aufgeklärten“ Zeit.

Die allerseligste Jungfrau Maria unterwarf sich im Gehorsam dem hl. Joseph

Wenn Oster recht hätte mit seiner Annahme, dass das christliche Ideal eine Familie ist, in der der Ehemann keine Autorität über seine Frau ausübt und die Frau sich ihrem Ehemann nicht unterordnet, oder in der sich beide irgendwie einander unterordnen (wenn dies überhaupt möglich wäre), dann hätten wir diese seltsame Ordnung in der Beziehung zwischen dem heiligen Josef und der seligen Jungfrau Maria, sicherlich den heiligsten Eheleuten auf Erden, widergespiegelt gesehen.

Und was finden wir? Sie, die vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an sündenlos war, unterwarf sich dennoch ihrem Ehemann, dem heiligen Josef! Keine Frau hat sich je ihrem Mann vollkommener unterworfen als die Heilige Jungfrau dem heiligen Josef, und dies trotz (oder vielmehr wegen) der Tatsache, dass ihre Seele niemals von der Erbsünde befleckt war.

Betrachten wir nur zwei maßgebliche Quellen, die dies belegen.

In seiner Enzyklika von 1931 zum Konzil von Ephesus (in der die göttliche Mutterschaft der Jungfrau Maria dogmatisch definiert wurde) zitiert Papst Pius XI. seinen Vorgänger Papst Leo XIII., der Folgendes lehrte:

Die Väter einer Familie haben in Joseph wahrlich ein glorreiches Vorbild an Wachsamkeit und väterlicher Klugheit; die Mütter haben in der allerseligsten Jungfrau Maria, der Mutter Gottes, ein bemerkenswertes Beispiel an Liebe, Bescheidenheit, Unterwerfung des Geistes und vollkommenen Glaubens; aber die Kinder einer Familie haben in Jesus, der ihnen untertan war, ein göttliches Vorbild des Gehorsams, das sie bewundern, verehren und nachahmen können. (Papst Pius XI., Enzyklika Lux Veritatis, Nr. 49; zitiert Papst Leo XIII., Apostolisches Schreiben Nemine Fugit vom 14. Juni 1892, in Acta Sanctae Sedis , Bd. XXV , S. 8-10)

In einer Ansprache an Neuvermählte am 10. Mai 1939 lobt Papst Pius XII. die „Demut der Jungfrau Maria, die sich in liebevoller Unterwerfung unter den heiligen Josef manifestiert“ (Auszug aus „Päpstliche Lehren: Unsere Liebe Frau “, Nr. 349).

Obwohl sie heiliger war als der heilige Joseph, unterwarf sich die Heilige Jungfrau dennoch freudig ihrem Ehemann, denn dies ist die von Gott eingesetzte Ordnung; genau wie sich das Jesuskind seiner Mutter und seinem Pflegevater unterwarf, obwohl es unendlich viel heiliger war als beide: „Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan“ (Lk. 2, 51).

Die Quelle von Osters neuer Lehre: Das Zweite Vatikanische Konzil

Es ist bezeichnend, dass Oster zur Stützung seiner Position ausschließlich auf offizielle Lehrdokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–65) und des nachfolgenden Lehramtes zurückgreift: die Pastoralkonstitution ‚Gaudium et Spes‘ (1965) des Zweiten Vatikanischen Konzils, den sogenannten Katechismus der Katholischen Kirche (1992) und das sogenannte Apostolische Schreiben ‚Amoris Laetitia‘ (2016) von ‚Papst Franziskus‘. Jeglicher Bezug auf die katholische Lehre von vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil fehlt auffällig.

Interessanterweise räumt der falsche Bischof von Passau jedoch bereitwillig ein, dass sich die Lehre der Kirche in dieser Angelegenheit geändert hat. Hier ist, was er sagt:

Die neueren lehramtlichen Texte der katholischen Kirche zur Ehelehre enthalten keine explizite Unterordnung der Frau unter den Mann mehr . Vielmehr ist heute allgemein anerkannt, dass die Ehe zwischen Mann und Frau und ihre verschiedenen Formen im Laufe der Geschichte und in unterschiedlichen Kulturen verschiedene Ausdrucksformen und Verwirklichungsweisen angenommen haben. Durch und in Christus wird die Ehe jedoch auf ihren ursprünglichen Sinn im Heilsplan Gottes zurückgeführt.

Auch in diesem Bereich durchläuft die katholische Kirche eine deutlich erkennbare Entwicklung. So wurde beispielsweise während des Zweiten Vatikanischen Konzils die Würde des Menschen, insbesondere seine Freiheit, tiefergehend verstanden, was auch zu einem umfassenderen Verständnis der Ehe führte. Während der primäre ‚Zweck der Ehe‘ zuvor in der Fortpflanzung lag, wird nun das gegenseitige Wohl der Ehegatten als ebenso wichtiges Ziel anerkannt. Die Ehe wird nun als persönliche Lebens- und Liebesgemeinschaft definiert.

Diese Entwicklung findet ihren deutlichen Ausdruck im Konzilsdokument Gaudium et Spes (47–52) sowie im Katechismus der Katholischen Kirche (1601–1617) – stets mit Betonung der gegenseitigen Verantwortung füreinander und für die Kinder. Bemerkenswerterweise findet sich nirgends eine Erwähnung einer Unterordnung des einen Ehegatten unter den anderen, am wenigsten der Frau. (Stefan Oster SDB, „Über Tradwives und Trump…“, Stefan-Oster.de, 26.02.2026)

Damit bestätigt sich, dass die Lehre des Novus Ordo keine echte Weiterentwicklung, sondern eine Verfälschung darstellt: Die stets überlieferte katholische Lehre wird nun als falsch verworfen. Eine echte Weiterentwicklung hingegen würde die etablierte Lehre verdeutlichen und erweitern; sie würde ihr nicht widersprechen.

Oster nimmt die beständige, vorvatikanische katholische Lehre und historisiert sie, das heißt, er trennt sie vom objektiven Glaubensgut und macht sie zu einem historischen Zufallsprodukt, bezogen auf die vorangegangenen Zeitalter, die nun überwunden seien. (Aber die neue Lehre ist natürlich jetzt objektiv wahr und gewiss kein bloßes Produkt des Zeitgeistes, nicht wahr?!)

Die Anmaßung dieser Position ist immens: Oster unterstellt, dass die katholische Kirche 1900 Jahre lang die richtige Reihenfolge der Ehepartner falsch angewendet habe und dass erst ein Konzil in den glorreichen 1960er Jahren sie für uns gerettet habe!

Beachten Sie, was als Rechtfertigung für diese Änderung der Lehre angeführt wird: eine neue „Erkenntnis“, ein „tieferes Verständnis“. Mit anderen Worten, es geht einzig und allein um ein vages neues „Bewusstsein“ – das übrigens dieselbe „Quelle“ für Neuheit ist, die ‚Papst‘ Franziskus als Rechtfertigung für seine Änderung der Lehre zur Todesstrafe heranzog: „Heute … wächst das Bewusstsein, dass die Würde des Menschen auch nach der Begehung sehr schwerer Verbrechen nicht verloren geht“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2267, Fassung 2018).

Das ist Modernismus! Papst Pius X. warnte davor, dass die Modernisten „Bewusstsein und Offenbarung gleichsetzen. Daraus leiten sie das Gesetz ab, das sie als universellen Maßstab festlegen, wonach das religiöse Bewusstsein der Offenbarung gleichgestellt werden soll und sich alles unterordnen muss, selbst die höchste Autorität der Kirche …“ (Enzyklika Pascendi, Nr. 8).

Darüber hinaus dürfen wir nicht vergessen, dass die Vorstellung, „der Papst könne und solle sich mit Fortschritt, Liberalismus und moderner Zivilisation versöhnen und ihnen zuliebe einen Konsens finden“, ein Irrtum ist, der von Papst Pius IX. entschieden verurteilt wurde (siehe Syllabus Errorum, Nr. 80).

Vor und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil: Was ist der wesentliche Zweck der Heiligen Ehe?

Diese von ‚Bischof‘ Oster erläuterte, aber verfälschte Lehre leitet sich aus dem Montinischen Räuberkonzil.

Die folgenden Ausführungen sind entnommen dem Beitrag: „Vor und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil: Was ist der wesentliche Zweck der Heiligen Ehe?“

Unter der treffend formulierten Unterüberschrift „Die Lehre der Kirche über Ehe und Familie überdenken“ schildert Prof. Gilles Routhier die heftigen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Konzilsvätern hinsichtlich der Ziele der Heiligen Ehe:

Obwohl einige Kirchenväter die Positionen aus [Papst Pius XI.] Casti connubii entschieden vertraten, wünschten sich andere eine Erneuerung der kirchlichen Position zu Ehe und Familie. Die ersten beiden Interventionen verdeutlichten den Unterschied zwischen den beiden Ansätzen.

Gleich zu Beginn der Debatte brachte Kardinal Michael Browne die Unterscheidung zwischen dem „primären Zweck, also dem Zweck, der das Wesen des Gegenstands des Ehebundes wesentlich bestimmt, nämlich der Zeugung und Erziehung von Kindern“, und den „sekundären Zwecken oder wesentlichen Begleiterscheinungen“, nämlich „gegenseitiger Hilfe und einem Mittel gegen die Begierde“, zur Sprache. Diese Aussage wurde von Kardinal Ernesto Ruffini und Erzbischof Luis Alonso Muñoyerro litanisch wiederholt.

Unmittelbar nach Browne ergriff Kardinal Paul-Émile Léger das Wort. Obwohl er anerkannte, dass der neue Entwurf des Schemas besser sei als der vorherige, befürchtete er, dass seine Lehre in ihrer jetzigen Form die berechtigten Erwartungen der Gläubigen zutiefst enttäuschen würde. Der Hauptmangel des Schemas bestand darin, dass es die Ehe weiterhin als „eine Institution zur Zeugung und Erziehung von Kindern“ beschrieb, anstatt die Beschreibung auf die Menschen zu gründen, die die Ehe zu einer Lebens- und Liebesgemeinschaft zusammenführt.

Laut dem Erzbischof von Montreal [Léger] ist die Beschreibung der Ehe als Institution im Dienste der Fortpflanzung „sicherlich falsch und der Würde der Liebe abträglich“. Es galt, eine andere Perspektive einzunehmen, nämlich die einer „innigen Liebesgemeinschaft“. (Gilles Routhiers, „Das begonnene Werk vollenden: Die schwierige Erfahrung der Vierten Periode“; in: Giuseppe Alberigo und Joseph A. Komonchak (Hrsg.), Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils, Bd. 5 [Maryknoll, NY: ORBIS Books, 2006], S. 154-155.)

Was wir hier sehen, ist ziemlich eindeutig: Im Namen der „Erneuerung“ wollten die Modernisten, dass das Konzil die traditionelle Lehre umstürzt, und behaupteten, dies sei die „Erwartung der Gläubigen“. Hätten sie sich doch nur darum gekümmert, was Gottes Erwartung war!

In Kardinal Légers Behauptung, die Ehe, die der Fortpflanzung diene, „ist gewiss sowohl falsch als auch zerstörerisch für die Würde der Liebe“, sehen wir uns mit einer ungeheuren Blasphemie konfrontiert, denn sie impliziert, dass die Kirche 1900 Jahre lang einen verhängnisvollen Irrtum über eine der grundlegendsten Fragen der menschlichen Existenz gelehrt hat!

Doch die Beratungen des Zweiten Vatikanischen Konzils bergen noch weitere Erkenntnisse. Die in der Novus-Ordo-Sekte vorherrschende Auffassung von der Ehe wird als „Personalismus“ bezeichnet, und ihr prominentester Verfechter war letztlich der ‚heilige‘ ‚Johannes Paul II.‘. Wenig überraschend ruft eine solche Auffassung viele Unklarheiten hervor, was den Katholiken auf dem Konzil nicht entging.

Während sich der eher personalistische, auf zwischenmenschlichen Beziehungen basierende Ansatz somit Gehör verschaffte, blieb der Ansatz, der primäre und sekundäre Ziele in den Vordergrund stellte, weiterhin fest verankert. Ihm gegenüber stand eine rein juristische Auffassung von Ehe, in der alles vom Vertragsgedanken abzuhängen schien.

…[Es herrschte] eine Besessenheit von Exaktheit [seitens der orthodoxen Bischöfe]. Es dürfe keine Zweideutigkeit geben; die Lehre des Schemas, die „manchmal vage, weniger spezifisch, weniger klar, weniger klug“ sei, müsse durch eine klar definierte, „deutlichere“ und „ohne jegliche Zweideutigkeit“ ersetzt werden. Das Kapitel irrte „auch durch Schweigen oder Zweideutigkeit“ und durch seine „übermäßige Zaghaftigkeit“. Dieser „Mangel an Klarheit“ könne nur durch eine Rückkehr zur Lehre von Casti connubii beseitigt werden, die „ohne Zögern klar“ eine sichere und präzise Lehre darlege.

(Routhiers, „Das begonnene Werk vollenden“, S. 156-157. Die in Anführungszeichen gesetzten Wörter sind Zitate verschiedener konservativer Konzilsväter.)

Die Modernisten waren natürlich nicht an Klarheit, Präzision oder der Fortführung der traditionellen Lehre interessiert. Sie wollten einen Lehrwandel herbeiführen, und Mehrdeutigkeit war der beste Weg dorthin.

Nachkonziliare Entwicklungen

Natürlich war das Zweite Vatikanische Konzil nicht das Ende des Weges; wenn überhaupt, war es nur der Anfang – die Quelle, aus der in den kommenden Jahrzehnten unzählige Neuerungen geschöpft werden konnten.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass, nachdem ‚Gaudium et Spes‘ sich die Möglichkeit eröffnet hatte, die katholische Lehre über die Ehe zu „erneuern“, es nicht lange dauerte, bis die traditionelle Lehre offen umgestoßen wurde – wohlgemerkt nicht von einigen wenigen Dissidenten am linken Rand des Spektrums, sondern ganz offiziell von den „Päpsten“ selbst, namentlich ‚Paul VI.‘ und ‚Johannes Paul II.‘, die beide natürlich von ‚Franziskus‘ zu „Heiligen“ erklärt wurden.

Diese vom Lehramt oft dargelegte Lehre gründet sich auf die von Gott gewollte und vom Menschen aus eigener Kraft nicht auflösbare untrennbare Verbindung zwischen den beiden Bedeutungen des ehelichen Aktes: der Vereinigungs- und der Fortpflanzungsbedeutung . Durch seine innige Struktur verbindet der eheliche Akt Mann und Frau auf engste Weise und befähigt sie gleichzeitig zur Zeugung neuen Lebens gemäß den Gesetzen, die dem Wesen von Mann und Frau innewohnen.

Indem er beide wesentlichen Aspekte – die Vereinigungs- und die Fortpflanzungsbedeutung – wahrt, bewahrt der eheliche Akt in seiner Fülle den Sinn wahrer gegenseitiger Liebe und seine Ausrichtung auf die höchste Berufung des Mannes zur Vaterschaft. Wir glauben, dass die Männer unserer Zeit besonders fähig sind, den zutiefst vernünftigen und menschlichen Charakter dieses grundlegenden Prinzips zu erkennen.

(Gegenpapst Paul VI., Enzyklika Humanae Vitae, Nr. 12)

Beachten Sie, wie der heilige Paul VI. hier nicht mehr von den Zielen oder Zwecken der Ehe spricht, sondern von ihrer zweifachen „Bedeutung“. Mehr noch, er ordnet die eine nicht der anderen unter, sondern führt sie sogar in umgekehrter Reihenfolge auf! Er stellt den sekundären Zweck der Ehe eindeutig vor den primären, indem er zuerst von der „einigenden Bedeutung“ und erst dann von der „fortpflanzenden Bedeutung“ spricht.

Paul VI.s unrühmliche Nachfolger, der „heilige“ Johannes Paul II., griff diese doktrinäre Revolution auf, indem er den Zweck durch die Bedeutung ersetzte und das einigende vor dem fortpflanzenden Aspekt hervorhob. In seinem 1981 verfassten Schreiben ‚Familiaris Consortio‘ sprach der polnische Apostat von „der untrennbaren Verbindung zwischen der einigenden und der fortpflanzenden Bedeutung der menschlichen Sexualität“ (Nr. 32).

Die Umkehrung der Ziele der Ehe und das Versäumnis, die sekundäre der primären unterzuordnen, wurden 1983 offiziell im universellen Disziplinarrecht der Novus Ordo Kirche verankert, als der ursprüngliche Codex Iuris Canonici von 1917 durch eine „aktualisierte“ Fassung ersetzt wurde, die die durch das Zweite Vatikanische Konzil und sein nachfolgendes Pseudo-Lehramt eingeführten Änderungen widerspiegelte:

Der Ehebund, durch den Mann und Frau eine Lebensgemeinschaft begründen, der seinem Wesen nach auf das Wohl der Ehegatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommen ausgerichtet ist, wurde von Christus dem Herrn zur Würde eines Sakraments zwischen den Getauften erhoben. (Codex des Kanonischen Rechts [1983], Kanon 1055 §1)

Die Novus-Ordo-Position wurde 1944 als „revolutionär“ verurteilt

Dass die vermeintliche „Weiterentwicklung“ der traditionellen katholischen Lehre vom vorkonziliaren Lehramt bis zum Codex Iuris Canonici von 1983 über das Zweite Vatikanische Konzil nicht authentisch ist, sondern der früheren Lehre widerspricht, wird durch die Tatsache unterstrichen, dass das Heilige Offizium 1944 erste Versuche von Theologen zurückwies,ersetzen das traditionelle Verständnis der Heiligen Ehe durch eine personalistische Sichtweise „erneuern“:

In den letzten Jahren sind einige Veröffentlichungen über die Zwecke der Ehe und deren Wechselbeziehung und Ordnung erschienen, die entweder behaupten, dass der Hauptzweck der Ehe nicht die Zeugung von Nachkommen ist, oder dass die Nebenzwecke nicht dem Hauptzweck untergeordnet, sondern von ihm unabhängig sind.

In diesen Werken werden von anderen Autoren verschiedene primäre Zwecke der Ehe genannt, wie zum Beispiel: die Ergänzung und persönliche Vervollkommnung der Ehegatten durch eine vollständige gegenseitige Teilnahme am Leben und Handeln; die gegenseitige Liebe und Vereinigung der Ehegatten, die durch die psychische und physische Hingabe der eigenen Person genährt und vervollkommnet werden soll ; und viele andere derartige Dinge.

In denselben Schriften wird manchmal Wörtern in den aktuellen Dokumenten der Kirche eine Bedeutung zugeschrieben (wie zum Beispiel primärer, sekundärer Zweck), die nicht mit dem allgemeinen Sprachgebrauch der Theologen übereinstimmt.

Diese revolutionäre Denk- und Sprechweise zielt darauf ab, Irrtümer und Unsicherheiten zu fördern. Um dies zu vermeiden, haben die Hochwürdigsten und Ehrwürdigsten Väter dieser höchsten Heiligen Kongregation, die mit der Bewahrung von Glaubens- und Sittenfragen betraut sind, in einer Plenarsitzung am Mittwoch, dem 28. März 1944, als ihnen die Frage vorgelegt wurde: „Kann die Meinung bestimmter Personen der jüngeren Zeit zugelassen werden, die entweder leugnen, dass der Hauptzweck der Ehe die Zeugung und Erziehung von Nachkommen ist, oder lehren, dass die Nebenzwecke dem Hauptzweck nicht wesentlich untergeordnet, sondern gleichermaßen vorrangig und unabhängig sind?“, beschlossen, dass die Antwort „negativ“ lauten muss.

(Dekret des Heiligen Offiziums vom 1. April 1944; Denzinger 2295)

Genau diese Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils und des nachkonziliaren Pseudo-Lehramtes wird in diesem Dekret verurteilt. Nicht nur wird die personalistische Sichtweise vom Heiligen Offizium zurückgewiesen, sie wird in ihrem Denken und ihrer Ausdrucksweise als „revolutionär“ gebrandmarkt und als geeignet, „Irrtümer und Unsicherheiten zu fördern“. Welch große Klugheit hat das Glaubensamt der Kirche hier bewiesen, denn genau das haben wir erlebt, seit das Zweite Vatikanische Konzil seine „Große Erneuerung“ einleitete und diese falsche Position legitimierte!

In einer Ansprache an Hebammen im Jahr 1951 ging Papst Pius XII. selbst direkt auf dieses Thema ein:

Gerade um aller Unsicherheit und jedem Abirren von der Wahrheit ein Ende zu setzen, die drohten, falsche Vorstellungen über die Rangfolge der Ehezwecke und deren Verhältnis zueinander zu verbreiten, haben Wir selbst vor einigen Jahren (am 10. März 1944) eine Erklärung verfasst, die diese in ihre richtige Reihenfolge brachte. Wir wiesen darauf hin, was die innere Struktur ihrer natürlichen Veranlagung offenbart, was das Erbe der christlichen Tradition ist, was die Päpste wiederholt gelehrt haben und was später im Codex Iuris Canonici [Can. 1013 §1] eindeutig festgelegt wurde.

Um zudem widersprüchliche Meinungen endgültig zu klären, verkündete der Heilige Stuhl kurze Zeit später mit einem öffentlichen Dekret, dass die Argumentation mancher moderner Autoren, die die Zeugung und Erziehung des Kindes als vorrangigen Zweck der Ehe leugnen oder lehren, die sekundären Zwecke seien dem vorrangigen Zweck nicht untergeordnet, sondern gleichwertig und von ihm unabhängig, nicht anerkannt werden kann.

(Papst Pius XII., Ansprache Vegliare con Sollecitudine an die Italienische Vereinigung Katholischer Hebammen , 29. Oktober 1951)

Es ist daher völlig klar, dass niemand die „Lehrentwicklung“ zur Verteidigung der personalistischen Verzerrung des Zwecks der Ehe im Novus Ordo anführen kann. Wenn die personalistische Sichtweise 1944 und 1951 als „nicht zulässig“ galt, weil sie „von der Wahrheit abweicht“, dann kann das Gegenteil nicht plötzlich 1965 oder 1968 – oder auch 2020 – der Fall sein. Dies wäre keine legitime Entwicklung, sondern eine Verfälschung.

Diskontinuität zugegeben

Interessanterweise scheuen sich einige Theologen des Novus Ordo nicht, diese Umkehrung der Lehre mehr oder weniger offen zuzugeben. Ein offizieller Kommentar zum Codex Iuris Canonici des Novus Ordo stellt freimütig fest:

Das Zweite Vatikanische Konzil widmete die Paragraphen 48 bis 52 seiner Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute der Ehe. Obwohl das Konzil lediglich „einige wichtige Aspekte der kirchlichen Lehre“ hervorheben wollte, markierte seine Lehre einen Wendepunkt im kirchlichen Eheverständnis. Anstelle des gebräuchlichen Begriffs „Vertrag“ sprach das Konzil durchgehend von der Ehe als „Bund“. Obwohl als expliziter Grund für diese Bevorzugung des Begriffs „Bund“ angegeben wurde, dass er besser mit der Tradition der Ostkirchen vereinbar sei, entsprach er auch eher dem personalistischen Eheverständnis, das ‚Gaudium et Spes‘ durchdringt.

Dieser personalistische Ansatz zeigte sich in der Beschreibung der Ehe als „innige Gemeinschaft (communitas) des ehelichen Lebens und der Liebe“ [Gaudium et Spes, Nr. 48] und in der wiederholten Betonung der Bedeutung der ehelichen Liebe. Das Konzil stellte diese eheliche Liebe nicht als rein spirituelle Realität dar. Vielmehr lehrte es:

„Diese Liebe findet ihren einzigartigen Ausdruck und ihre Vollendung im ehelichen Akt. Die Handlungen innerhalb der Ehe, durch die das Paar innig und keusch vereint wird, sind edel und wertvoll. In wahrhaft menschlicher Weise ausgedrückt, bezeugen und fördern diese Handlungen jene gegenseitige Selbsthingabe, durch die sich die Ehepartner mit freudigem und dankbarem Willen bereichern.“ [Nr. 49]

Das Konzil ignorierte die Definition des Einwilligungsgegenstands als unveräußerliches und ausschließliches Recht auf den Körper im Kodex von 1917 und definierte Einwilligung als „jene menschliche Handlung, durch die Ehegatten einander gegenseitig annehmen und gewähren“ [Nr. 48].

Trotz seiner Lehre von der Bedeutung der ehelichen Liebe bekräftigte das Konzil die traditionelle Lehre, dass das „heilige Band“ der Ehe unauflöslich sei und sein Fortbestand nicht von der fortdauernden Liebe der Ehegatten abhänge, und beklagte die „Plage der Scheidung“ [Nr. 47]. Das Konzil bekräftigte auch die traditionelle Lehre, dass „die Institution der Ehe selbst und die eheliche Liebe ihrem Wesen nach zur Zeugung und Erziehung von Kindern bestimmt sind und in ihnen ihre höchste Vollendung finden“ [Nr. 48].

Es erkannte jedoch an, dass die Ehe von Gott „mit verschiedenen Vorteilen und Zwecken“ ausgestattet sei [Nr. 48] und dass ihre Betonung des Fortpflanzungszweckes der Ehe nicht so verstanden werden dürfe, als würden „die anderen Zwecke der Ehe an Bedeutung verlieren“ [Nr. 47]. 50]. Dabei überging das Konzil schweigend die im Codex von 1917 festgelegte und vom vorkonziliaren Lehramt geforderte strikte hierarchische Ordnung der Ziele. (John P. Beal et al., Hrsg., New Commentary on the Code of Canon Law [Mahwah, NJ: Paulist Press, 2000], S. 1239-1240)

Und da haben wir es. Die neue Position des Konzils und seiner nachfolgenden Päpste steht so deutlich im Widerspruch zu dem, was vorher war, dass sie als Wendepunkt bezeichnet wird. Sie verwendete neue Terminologie und ignorierte die bisherige Lehre über den Zweck der Einwilligung. Zudem verschwieg sie die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Zwecken, auf die die Kirche zuvor bestanden hatte, und deutete an, dass alle Zwecke gleich wichtig seien, obwohl der Papst nur 14 Jahre zuvor gesagt hatte, dass die „anderen Zwecke der Ehe … nicht von derselben Bedeutung sind wie der erste“. Noch Fragen?

Falsche Lehren haben Konsequenzen

Die neue Lehre des Novus Ordo über den Zweck der Ehe ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor für die Flut an Ehenichtigkeits-Annullierungen seit dem Konzil. Es ist viel einfacher, so zu tun, als hätte eine Ehe nie existiert, wenn man behaupten kann, dass mindestens einer der Ehepartner psychisch nicht reif genug für die ordnungsgemäße Besiegelung dieses „Bundes“ war oder die spirituelle Dynamik jener „gegenseitigen Selbsthingabe, durch die sich die Ehepartner bereichern“, nicht kannte. Ärgerlich, aber was soll man machen?!

Neben der seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil grassierenden Annullierungswelle stellt die weitverbreitete Anwendung von Verhütungsmitteln und deren Duldung oder gar offene Billigung durch den heutigen „katholischen“ Klerus eine weitere entsetzliche Beleidigung der Heiligen Ehe dar, die uns die „Große Erneuerung“ beschert hat. Der Schweizer Dr. Romano Amerio (1905–1997), der als theologischer Experte für Bischof Angelo Jelmini von Lugano am Konzil teilgenommen hatte, warnte in seinem monumentalen Werk „Iota Unum“ vor einem gefährlichen Weg:

Die nach dem Konzil entstandene Tendenz, Fortpflanzung und Liebe gleichermaßen zu betonen, selbst im spezifisch sexuellen Bereich, der von der Ehe als Ganzem unterschieden wird, führt zu einer Trennung dieser beiden Ziele und dann weiter dazu, den Ausdruck der Liebe über die Fortpflanzung zu stellen und schließlich zur Legitimität der Empfängnisverhütung; diese Tendenz steht offenkundig im Widerspruch zu der Lehre, die die Kirche bisher vertreten hat.

(Romano Amerio, Iota Unum: Eine Studie über die Veränderungen in der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert, übersetzt von John P. Parsons [Kansas City, MO: Sarto House, 1996], S. 660)

Zwar stimmt es, dass Gegenpapst Paul VI. in Humanae Vitae die Verurteilung der Empfängnisverhütung beibehielt, doch ist dies letztendlich unerheblich, da die Prämissen, die logisch zu einer Akzeptanz der Empfängnisverhütung führen, vom Pseudo-Papst bekräftigt wurden, wie John Galvin einmal in einer nicht-sedevakantistischen Publikation erläuterte. Und wie man so schön sagt: Die Wahrheit liegt im Ergebnis.

Ein letzter Punkt

Zum Abschluss dieses Artikels muss noch ein letzter Punkt angesprochen werden, um Missverständnisse zu vermeiden

Die göttliche Vorsehung lenkt alles. In seinem unergründlichen Plan hat Gott es so eingerichtet, dass nicht jeder, der aufrichtig nach dem Hauptziel der Ehe strebt, dieses Ziel auch erreichen kann. Aus dem einen oder anderen Grund können viele moralisch integre Paare trotz ihres starken Kinderwunsches keine Kinder bekommen. Dies ist nicht ihre Schuld; es ist schlicht ein Umstand, der außerhalb ihrer Kontrolle liegt und in der Regel auf eine natürliche Veranlagung zurückzuführen ist, die Gott zugelassen hat. Papst Pius XI. tröstete solche Paare mit folgenden Worten:

1694 Auch jene Eheleute handeln nicht wider die Natur, die in ganz natürlicher Weise von ihrem Recht Gebrauch machen, obwohl aus ihrem Tun infolge natürlicher Umstände, seien es bestimmte Zeiten oder gewisse Mängel der Anlage, neues Leben nicht entstehen kann. Denn es gibt in der Ehe selbst wie in dem Gebrauch des Eherechts auch Zwecke zweiter Ordnung: die wechselseitige Hilfe, die Betätigung der ehelichen Liebe und die Regelung des natürlichen Verlangens, Zwecke, die anzustreben den Ehegatten keineswegs untersagt ist, vorausgesetzt, dass die Natur des Aktes und damit seine Unterordnung unter das Hauptziel nicht angetastet wird. (Papst Pius XI., Enzyklika Casti Connubii)

Ob ein Ehepaar tatsächlich Kinder hat, ist also nicht der Kernpunkt dieser Diskussion. Es geht vielmehr um den Kinderwunsch, darum, alle anderen Ziele der heiligen Ehe diesem einen vorrangigen Ziel unterzuordnen: die Zeugung und Erziehung von Kindern zur Ehre Gottes und zum Heil ihrer Seelen.

Das war 1900 Jahre lang vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Wahrheit, und das ist auch heute noch die Wahrheit.

Bildquellen

  • The_Ladies__home_journal__1948___14764187131: wikipedia
  • 2147792-mama-5098862_640: pixabay

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