Kultur

Vom autonomen Menschen zur Staatsvergottung

Vom autonomen Menschen zur Vergötzung des Staates

Das katholische Mittelalter

August Nicolas schreibt in seinem Werk „Über das Verhältnis des Protestantimus und sämtlicher Häresien zu dem Sozialismus“ über das katholische Mittelalter folgendes:

„Diese Gesellschaft war im höchsten Grade katholisch, oder vielmehr sie war nichts als katholisch. Die Kirche war zugleich die europäische Regierung; die besonderen Regierungen waren von ihr abhängig und erkannten sie einmütig an als ihre Oberherrin kraft des natürlichsten und legitimsten Titels, dem des Daseins und des Lebens, welches sie ihr verdankten…

Die Untertanen waren Brüder, die unter den Augen der gemeinsamen Mutter dem ältesten Sohn derselben Gehorsam leisteten, einen weder eifersüchtigen, noch knechtischen Gehorsam, wie die Autorität, welcher er geleistet wurde, weder misstrauisch, noch tyrannisch war; denn wie diese Autorität stark und berechtigt war durch ihre Herleitung von der Kirche, eben so sehr war dieser Gehorsam edel und frei durch seine Zurückleitung auf die Kirche. Nicht der Mensch stand da dem Menschen befehlend und gehorchend gegenüber, was durchaus keine sittliche Begründung hat, und nur Aufruhr und Tyrannei hervor bringen kann; vielmehr wurde nur die mütterliche und göttliche Autorität der Kirche durch Delegation über die Völker ausgeübt, und der kindliche Gehorsam aller Söhne der Kirche durch die Souveräne unter den Völkern entgegen genommen.“

Die Renaissance bereitete die Geburt des autonomen Menschen vor

Mit dem Aufkommen der Renaissance und der Wiederentdeckung der Antike bestand die Gefahr, daß heidnische Einflüsse in die Gedankenwelt der Humanisten eindringen. Aber auch zersetzende Ideen gegen das Christentum konnten dadurch an Einfluss gewinnen. Besonders bei den jüngeren Humanisten um Erasmus von Rotterdam sehen wir diese Entwicklung. Diese begannen folglich, gegen die katholische Kirche und ihre Theologie zu agitieren. Seine Stellung zur Kirche war derart, daß Erasmus als gefeiertes „Genie“ unter Seinesgleichen die „wahre Theologie“ wieder herstellen wollte. Unter dem täuschenden Schein der Befreiung von mittelalterlichen Grundsätzen und des Kampfes für die Wahrheit durch freie Forschung und autonome Gewissensbildung begannen diese Humanisten und in ihrem Gefolge der Protestantismus mit den sog. Reformatoren um Luther und Calvin die Grundlagen der christlichen Kultur und Zivilisation zu unterwühlen.

In der Konsequenz schien es, als ob das Leben autonom gestaltet werden könne, ohne Führung durch die katholische Religion. Politik, Erziehung und Bildung wie auch geschäftliches Leben bedürfen nach Auffassung des Humanismus nicht mehr der Religion. Die verschiedensten Lebensbereiche lösten sich in wachsendem Maße von der geistig-sittlichen Kontrolle durch die Kirche und verwandelten sich langsam in die autonomen Entscheidungen des befreiten Gewissens.

Der Protestantismus führte zum Unglauben

Abbe Balmes schreibt in seinem Werk „Der Protestantismus verglichen mit dem Katholizismus“ über die Entwicklung des Unglaubens bereits im 16. Jahrhundert.:

„Schon in 16. Jahrhundert … verbreitete sich der Unglaube auf eine beunruhigende Weise, und es ist glaublich, daß er noch weit allgemeiner war, als es zu sein schien, denn es war nicht leicht, die Maske abzuwerfen in einer Zeit, die jener Epoche noch so nahe stand, wo der religiöse Glaube so tief gewurzelt hatte. Es ist höchst wahrscheinlich, daß der Unglaube sich unter dem Mantel der Reform verbreitete und daß er sich, bald unter das Banner der einen Sekte sich stellend, bald zu einer andern übergehend, bemühte, sie alle zu schwächen, um seinen Thron auf dem allgemeinen Ruin jedes Glaubens zu errichten.“
„Die religiösen Kontroversen nahmen fortwährend die Aufmerksamkeit aller Gelehrten Europa’s in Anspruch, und während dieser Zeit machte der Unglaube furchtbare Fortschritte. Dieses Übel nimmt seit der Mitte des 17. Jahrhunderts den beunruhigendsten Charakter an.“

Der Protestantismus erschütterte die Grundlagen der christlichen Gesellschaft

Kurz vor dem Tode des Papstes Innozenz X. war in Deutschland der sogenannte westfälische Friede geschlossen worden. Dieser Friede erschütterte die christlichen Grundlagen, auf denen Europa aufgebaut war. Dieser Vertrag beinhaltete, daß es für kein Unrecht mehr gelte, wenn sich jemand gegen die Statthalter Jesu Christi empört. Damit war die alte Ordnung begraben und die Revolution, wie durch den Protestantismus erzeugt, feierlich anerkannt.

Der moderne Humanismus

Der Humanismus, der den Protestantismus erzeugte, entwickelte sich weiter zum modernen Humanismus. Dieser untergrub den noch vorhandenen christlichen Glauben noch weiter, indem er die christlichen Wahrheiten in der christlichen Gesellschaft weiter untergrub. Der moderne Humanismus stellt fünf Grundsätze auf:

Sein erster Grundsatz lautet:

Um den wahren Menschen kennen zu lernen und um den Menschen recht auszubilden, müsse man von Gott und vom Übernatürlichen vollständig absehen. Stattdessen lehrt der Humanismus die unbeschränkte Selbstherrlichkeit, auf die Vergötterung des Menschen hinausläuft.

Die zweite Lehre des Humanismus lautet:

Der Gott des Menschen ist das Menschtum. Dies ist ein Grunddogma des modernen Geistes. Es ist die Lehre vom Ich, die Lehre von der Autonomie, das Fundament der modernen Ethik. Da heißt es, der Mensch müsse sein eigener Gesetzgeber, sein eigenes Gesetz, sein eigener Richter und Entscheider sein.

Der dritte und entscheidende Lehrsatz lautet:

Die Erbsünde gibt es nicht.

Dieser Lehrsatz ist der entscheidende Lehrsatz des Humanismus, denn die Menschenvergötterung des Humanismus kann das Dogma von der Erbsünde nicht gelten lassen.

Der vierte Lehrsatz des Humanismus lautet:

Nach diesen drei Grundsätzen leugnet ein Humanist, daß es einen Erlöser geben muss. Christus kann er deshalb nicht als Erlöser der Welt annehmen. Denn mit dem Sündenfall und der Erbsünde wird auch die Erlösung und das Auftreten eines Erlösers für den Humanisten hinfällig.

Der fünfte Lehrsatz des Humanismus lautet:

Es braucht deshalb auch keinen Glauben an eine Kirche als Heilsvermittlung, die Gnadenmittel besitzt. Der Mensch des Humanismus ist sein eigener Herr. Er schafft sich ein eigenes Gesetz, er macht sich selbst seine Sitte und Moral. Sündigen ist für ihn kein Verfehlen gegen Gottes Gebote. Er läßt sich nicht nachsagen, daß er göttlicher Hilfe bedürfe.

Die Französische Revolution

Die gottlosen Philosophen der Aufklärung haben schließlich dafür gesorgt, daß ihre Ideen in Staat und Gesellschaft hoffähig wurden und Grundlage für die weitere verheerende Entwicklung in Europa wurde.

Mit der Französischen Revolution wurden die Früchte geerntet, die diese Philosophen gesät hatten. Am 13. April 1790 lehnte die Nationalversammlung es ab, den Katholizismus zur Nationalreligion zu erklären. Stattdessen proklamierte Robespierre am 8. Juni 1793 die neue „Religion des Höchsten Wesens“, eine freimaurerische Losung. Die Revolutionäre dehnten die Macht des Staates auch auf das Gewissen der Menschen aus. Denn die Französische Revolution war im Kern eine Revolution gegen den Glauben und nicht eine rein politische Umwälzung, die den Menschen scheinbar mehr Freiheiten als Staatsbürger brachte. Diese Bewegung arbeitete auf die völlige Loslösung des Staates von der christlichen Tradition hin.

Dafür gab es mit der Französischen Revolution neue Errungenschaften. Diese waren allgemeine Wehrpflicht, totale Mobilmachung, totalitärer ideologischer Krieg, zentralistischer Machtapparat anstelle gewachsener Körperschaften, Fortschrittsgläubigkeit an autonome Wissenschaften, Ideologisierung des gesamten Bildungswesens, die Menschenmasse als Kollektiv, Impfzwang, u.a.m.

Die Revolution des deutschen Idealismus

Wir folgen hier im Wesentlichen den Ausführungen von Hans Graf Huyn, „Ihr werdet sein wie Gott, Der Irrtum des modernen Menschen von der Französischen Revolution bis heute“:

Der deutsche Idealismus war auf dem Gebiet der Philosophie das, was die Französische Revolution in der Politik bedeutete und vollbrachte. Heinrich Heine schrieb: „Kant war unser Robespierre – nachher kam Fichte mit seinem Ich, der Napoleon der Philosophie… die Alleinherrschaft des Gedankens, der souveräne Wille, … der despotische, schauerlich einsame Idealismus. Unter seinem konsequenten Tritt erseufzen die geheimen Blumen, die von der Kantischen Guillotine noch verschont geblieben oder seitdem unbemerkt hervor geblüht waren, … die Konterrevolution brach aus, und unter Schelling erhielt die Vergangenheit … wieder Anerkennung… – bis Hegel, der Orléans der Philosophie, ein neues Regiment begründete…“

Immanuel Kant (1724 bis 1804) – Protestant

Immanuel Kant postuliert den autonomen Menschen mit dem selbständigen Gewissen. „Die Kritik der praktischen Vernunft geht von der Tatsache der unbedingten Geltung des kategorischen Imperatives aus, gründet seinen absoluten, alle vernünftigen Wesen verpflichtenden Charakter auf unabhängige autonome Ich, kann damit freilich nur eine rein formale Ethik begründen… Aufgrund des apriori gesetzten Begriffes der Autonomie wird Religion ihres Eigenwertes entkleidet. Im System des Kritizismus ist kein logischer Ort mehr für die Religion. Alle religiösen Akte haben nur der Beförderung moralischer Gesinnung zu dienen. Selbständige religiöse Akte mit Eigenwert werden geleugnet. Mit unerbittlicher Folgerichtigkeit werden alle positiven Ausformungen von Religion, insbesondere die Offenbarung abgelehnt.“ Kant lehnte deswegen selbst in seiner Todesstunde ab, ein Gebet zu sprechen.

Johann Gottlieb Fichte (1762 bis 1814) – Protestant und Freimaurer

Fichte war insbesondere von Rousseau und Lessing stark beeinflußt. Für ihn bedeutete „das reine Ich“ zugleich das Sittengesetz. Der Mensch ist ewig aus sich selbst heraus. Er lebt ausschließlich aus eigener Kraft: „Ich bin unsterblich, unvergänglich, ewig, sobald ich den Entschluss fasse, dem Vernunftgesetz zu gehorchen… Ich werde mir selbst zur einzigen Quelle alles meines Seins und meiner Entscheidungen.“
Für Fichte ist der autonome Mensch deshalb auch politisch unabhängig von jeder anderen Gewalt. Er leugnet die Realität des Bösen und die Erbsünde.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 bis 1831) – Protestant

Hans Graf Huyn schreibt: „Friedrich Hegel fühlt sich berufen, die Französische Revolution aus dem Geist des deutschen Idealismus heraus als geistige Umwälzung fortzuführen. In der ‚absoluten Freiheit‘, der Autonomie des menschlichen Geistes, sieht er die ’neue Gestalt des Bewusstseins‘. Im Tübinger Stift proben Hegel, Schelling und Hölderlin den Aufstand gegen die herrschende christliche Gläubigkeit, pflanzen 1791 bei Tübingen einen Freiheitsbaum zu Ehren der Französischen Revolution und des auf Autonomie begründeten Menschenbildes. Noch als preußischer Staatsphilosoph beging Hegel jedes Jahr festlich den Ausbruch der Französischen Revolution. Auch von Luther sind Hegel und der deutsche Idealismus stark beeinflußt.“

Und weiter: „Als Absolutum wird in der Philosophie Hegels die Allmacht des Staates an die Stelle Gottes gesetzt. Von rotem und braunem Totalitarismus kann dies mühelos in die Herrschaft von Klasse oder Rasse umformuliert werden. Hegel schrieb: ‚Der Staat ist nicht um der Bürger willen da; man könnte sagen, er ist der Zweck, und sie seine Werkzeuge… Alles, was der Mensch ist, verdankt er dem Staat; er hat nur darin sein Wesen. Allen Wert, den der Mensch hat, alle geistige Wirklichkeit hat er allein durch den Staat…Das Göttliche des Staates ist die Idee, wie sie auf Erden vorhanden ist… Der Staat ist das vorhandene, wirklich sittliche Leben.’“

Friedrich Schlegel (1772 bis 1829) – Protestant

Nach Schlegel ist nicht Gott der Schöpfer des Menschen, sondern im Gegenteil schafft der Mensch sich Gott: „Frei ist der Mensch, wenn er Gott hervorbringt oder sichtbar macht.“ Es sei sogar ein „blasphemischer Irrtum“, zu behaupten, daß es nur einen Gott gebe; „Wieviel Götter jemand haben will, das hängt lediglich von seiner absoluten Willkür ab“. Der autonome Mensch verwirklicht sich in der Negation der Schöpfung: „Ein Künstler werden heißt nichts anderes, als sich den unterirdischen Gottheiten weihen. In der Begeisterung des Vernichtens offenbart sich zuerst der Sinn göttlicher Schöpfung. Nur in der Mitte des Todes entzündet sich der Blitz des ewigen Lebens.“

Friedrich Schlegel konvertierte jedoch 1808 mit seiner Ehefrau zum katholischen Glauben.

Vom Idealismus zum Materialismus

Damit hat Hans Graf Huyn die geistigen Grundlagen zusammen gefaßt, die Tyrannei, Despotie des Staates legitimieren. Wir sehen seitdem in der Geschichte die praktischen Folgen, die sich aus der Philosophie der Aufklärung ergeben. Aus dieser Drachensaat kam Karl Marx hervor, der geistige Vater des Kommunismus und Brandstifter aller Sozialismen.

Karl Marx (1818 bis 1883) – Protestant und Freimaurer

Marx knüpft bei der Philosophie des deutschen Idealismus an. Vor allem müsste Hegel vom Kopf auf die Füße gestellt werden, dann lassen sich seine Lehren im Kommunismus umsetzen.

Das Entscheidende bei Karl Marx selber ist aber sein prometheischer und satanischer Charakter. Er will eine Welterlösung ohne Gott und Christus, dafür aber durch die Menschen selber. Seine Anhänger und Nachfolger haben dieses versucht. Doch ihre utopischen Ziele haben sie mit barbarischer Gewalt, totaler Unterdrückung und Vernichtung von Millionen Menschenleben zu realisieren versucht. Dies verwundert natürlich nicht, wenn die Erlösung der Welt durch Christus und die Herrschaft Christi über alle Völker geleugnet wird.

Der Kommunismus in seinem Wesen

Die Lehren von Marx sind eine Perversion des Christentums. „Und was ist der Kommunismus ins einem tiefsten Wesen? Er ist genau das gleiche Verlangen nach Welterlösung, Weltverklärung und Vergöttlichung der Welt, aber unter positivem Ausschluss nicht nur eines Herabsteigens Gottes in die Welt, sondern eines Schöpfergottes überhaupt. Er ist die Materie, die aus eigener Kraft Mensch wird und im weiteren aus eigener Kraft sich selbst erlösen und vollenden soll.“

Marx selber ist es, der seinen Kommunismus als Lösung aller Rätsel, als Auflösung aller Gegensätze und als Hoffnung auf eine diesseitige Endzeit-Beglückung für die gesamte Menschheit anpreist: „Dieser Kommunismus ist als vollendeter Naturalismus = Humanismus, als vollendeter Humanismus = Naturalismus, er ist die wahrhafte Auflösung des Widerstreites zwischen dem Menschen mit der Natur und mit dem Menschen, die wahre Auflösung des Streites zwischen Existenz und Wesen, zwischen Vergegenständlichung und Selbstbestätigung, zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Individuum und Gattung. Er ist das aufgelöste Rätsel der Geschichte, weiß sich als diese Lösung.“

Wir stellen deshalb fest, daß in der Ideologie des Kommunismus der Wahn des autonomen Menschen und der Staatsvergottung seinen Höhepunkt erreicht hat.

Vom Kommunismus zum „Great Reset“

Heute werden wir Zeuge, gleichzeitig Zuschauer und Mitwirkender einer gigantischen globalen Transformation, die „Great Reset“ genannt wird. Diese Transformation beruht auf den oben genannten Prinzipien: Welterlösung durch den Menschen selber, ohne Gott und Christus, dafür aber durch Eliten. Die Gründer der Kommunistischen Internationale von 1919 würden heute vor Neid erblassen. Denn so perfide und raffiniert, eben mit satanischer Schlauheit führen die neuen Kommunisten im Gewand von superreichen Eliten die Menschheit in eine globale Diktatur kommunistischer Prägung unter Führung Rotchinas. Die ausführenden globalen Organisationen sind die Vereinten Nationen, durch WHO und das World Economic Forum.

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