Historie

Die Kirche im Kampf gegen die Sodomie

Teil 2: Der Kampf des hl. Petrus Damianus gegen die Sodomie

Der Begriff der Sodomie leitet sich von der Stadt Sodoma her, in der die Bewohner das Laster der widernatürlichen Unzucht betrieben. Im Alten Testament heißt es:
„…umgaben die Männer der Stadt das Haus vom Knaben bis zum Greis, das ganze Volk zusammen. Und sie riefen den Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, so zu dir gekommen diese Nacht? Führe sie heraus, daß wir sie erkennen. Und Lot ging hinaus zu ihnen, schloss die Tür hinter sich zu und sprach: O meine Brüder, ich bitte, tut doch dieses Übel nicht!“
Aus dieser Begebenheit des Missbrauchs von Männern durch Männer entstammt das Wort Sodomie. Aus dieser Begebenheit und der Strafe Gottes über Sodoma hat die Kirche im Kampf gegen die Sodomie immer wieder neu die Abscheulichkeit dieses Lasters zum Ausdruck gebracht.

Im deutschen Sprachgebrauch wird bereits im 19. Jahrhundert unter Sodomie die Unzucht mit Tieren verstanden. Das glaubenslose Brockhaus Konversations-Lexikon von 1898 bezeichnet die Begebenheit in Sodoma als Sage. Die Unzucht zwischen Personen männlichen Geschlechts bezeichnet das Lexikon als Päderastie, die Unzucht mit Tieren dagegen als Sodomie. (Bd. 16) Aber diese Deutung ist nicht korrekt, weil sie nicht der Darstellung in der Heiligen Schrift entspricht. Weil die Männer Sodomas von Lot die Männer, die er in seinem Haus bewirtete, herausforderten, um sie sexuell zu missbrauchen, wird diese Widernatürlichkeit als Sodomie bezeichnet. „Daß wir sie erkennen“ ist ein alttestamentlicher Ausdruck für die Vereinigung von Mann und Frau.

In anderen Sprachen gilt Sodomie als das, was das Alte Testament aus der Stadt Sodoma dokumentiert hat. Auch die Kirche hält an dieser Wortbedeutung fest. Dies geht auch aus den Ausführungen des hl. Petrus Damianus im Kampf gegen die Sodomie hervor.

Die kirchliche Definition von Sodomie

Die katholische Kirche bezeichnet die Sodomie als stumme Sünde, wie wir dies aus dem Katechismus von Deharbe erfahren können: „Es ist dies eine so abscheuliche und widernatürliche Sünde der Unzucht, daß man sie nicht einmal nennen kann, ohne zu erröten. Dieselbe war in Sodoma und Gomorrha einheimisch.“ Deshalb finden wir auch in dem Büchlein von P. Dr. Heribert Jone OMCap aus dem Jahr 1931 „Katholische Moraltheologie“ unter dem Titel „Sünden contra natura“ Stichwort Sodomia den Text nur in Latein. Dort wird Sodomie definiert als „concubitus cum persona eiusdem sexus (s. perfecta) vel diversi sexus sed in vase praepostero (s. imperfecta)“. (S. 185)

Und Otto Schilling schreibt in seinem Lehrbuch der Moraltheologie aus dem Jahr 1927: „Die sodomitische Sünde im engeren Sinne, ubi non servatur debitus sexus („wo das angemessene Geschlecht nicht eingehalten wird“) (S. th. 2,2 q.154, a. 12 ad 4), ist unter den Sünden der Unzucht nach der Bestialität die schändlichste. (Augustinus, De bono coni. 11,6) Im weiteren Sinne gehören dazu alle Arten unnatürlicher Wollust mit absichtlicher Vereitelung der Fortpflanzung. Zwischen Sodomie und Mord besteht objektiv, sofern beide gegen den Bestand des Menschengeschlechtes gerichtet sind, oft aber auch subjektiv, wie Verirrungen nach Art des Sadismus und Masochismus erkennen lassen, eine enge Beziehung (Amos 2,7).“

Das Handbuch der Moraltheologie von Dominic M. Plümmer, O.P. (1866-1931) führt sowohl „Päderastie“ als auch „das unnatürliche Laster“ als Synonyme für Sodomie auf (525. 2.).

Das Gesetzbuch der lateinischen Kirche 1917

Im Kanon 2357 §1 geht es um die Sittlichkeits-Delikte von Laien. Darunter fallen u.a.: Sittlichkeits-Delikte mit Minderjährigen unter sechzehn Jahren, Notzucht, Sodomie, Blutschande, Kuppelei.

Die Sodomie, die hier bestraft wird, ist nur die „sodomia perfecta“, d. h. der geschlechtliche Verkehr mit einer Person desselben Geschlechtes.

Im Kanon 2359 §2 geht es um die Sittlichkeits-Delikte von Klerikern, die sich solcher widernatürlichen Praktiken hingeben. Dort heißt es:

„Hat sich ein solcher Kleriker mit Minderjährigen unter sechzehn Jahren schwer versündigt oder sich des Ehebruches, der Notzucht, der Bestialität, der Sodomie, der Kuppelei, der Blutschande mit Verwandten oder Verschwägerten im ersten Grade schuldig gemacht, dann soll er suspendiert, als infam erklärt, jedes Amtes, jedes Benefiziums, jeder Dignität und überhaupt jeder Anstellung enthoben und in schwereren Fällen mit Deposition bestraft werden.“

Aus der stummen Sünde ist nun eine kreischende Sünde geworden

Inzwischen ist die Legitimation der Unmoral und der Unzucht nicht nur in der Gesellschaft angekommen, sondern auch in der sogenannten Konzilskirche unter Jorge Bergoglio. Wir haben darüber berichtet. Dieser Mann in seinem erbärmlichen Papstkostüm lässt es sich nicht nehmen, alle möglichen Worte, die diese sodomitische Sünde und ihre pornographischen Formen kennzeichnen, öffentlich in den Mund zu nehmen. Randy Engel hat in einem offenen Brief an Bergoglio dazu Stellung genommen.

Für uns ist im Zusammenhang mit dem Büchlein des hl. Petrus Damianus „Liber Gomorrhianus“ die Frage und die Entscheidung, ob wir Begriffe, die der Heilige für die verschiedenen Formen der sodomitischen Sünde benennt, hier zitieren sollten. Denn es gibt noch Unschuldige, deren Augen und Ohren nicht dazu bestimmt sind, solche Begriffe zu wissen. Soweit sie nicht für das Verständnis notwendig sind, werden sie hier nicht genannt. Trotzdem sei darauf hingewiesen, daß das Thema insgesamt sehr schmutzig, ekelhaft und verstörend ist.

Schließlich ermahnte bereits der hl. Paulus die Christen der Gemeinde von Ephesus, in Bezug auf solche unzüchtigen Themen sich richtig zu verhalten:

„Hurerei aber und jede Unreinigkeit oder Geiz werde unter euch nicht einmal genannt, wie es Heiligen ziemt, noch komme vor Schamlosigkeit … Denn das wisset und erkennet, daß kein Hurer oder Unzüchtiger oder Geiziger, der ein Götzendiener ist, ein Erbteil an dem Reich Christi und Gottes habe.“ (Eph. 5, 3-5)

Sogar die Teufel ekeln sich vor der Sodomie

In einer Vision der heiligen Katharina von Siena († 1380) hört sie, wie Gott spricht:

„Als Blinde und Narren, bei denen das Licht des Verstandes verfinstert ist, wissen die Widernatürlichen nicht um den Gestank und das Elend, in denen sie stecken. Es ist nicht nur so, daß diese Sünde vor mir stinkt, der ich die höchste und ewige Wahrheit bin, sondern sie missfällt mir tatsächlich so sehr, und ich halte sie für einen solchen Gräuel, daß ich allein um seinetwillen fünf Städte durch ein göttliches Gericht begrub, weil meine göttliche Gerechtigkeit nicht länger imstande war, ihn zu ertragen. Diese Sünde missfällt, wie ich gesagt habe, nicht nur mir, sondern auch den Teufeln, die diese unmoralischen Kerle zu ihren Herren gemacht haben. Nicht, daß das Böse ihnen missfiele, weil sie irgendetwas Gutes lieben würden, sondern weil ihre Natur ursprünglich die der Engel war, und ihre engelgleiche Natur lässt sie den Anblick der Ausübung dieser ungeheuerlichen Sünde verabscheuen.“

Die sodomitischen Sünden sind Ungeheuerlichkeiten

„Wenn alle Sünden des Fleisches die Verdammnis verdienen, weil der Mensch sich durch sie von der animalischen Natur beherrschen lässt, so verdienen die Sünden gegen die Natur eine noch viel größere Verdammnis. Durch sie entwürdigt der Mensch seine eigene, animalische Natur […]. Es ist offensichtlich, daß die Vereinigung der Geschlechter unter den animalischen Lebewesen im Einklang mit der Ordnung der Natur immer auf die Empfängnis hingeordnet ist. Darum ist jeder Geschlechtsverkehr, der keine Empfängnis herbeiführen kann, der animalischen Natur des Menschen entgegengesetzt.“ (Der Heilige Thomas von Aquin († 1274) in seinem Kommentar zum Römerbrief)

„Solche, die sich nicht schämen, gegen das göttliche Recht und das Naturgesetz zu verstoßen, sind Sklaven dieser niemals ausreichend zu verabscheuenden Verderbtheit.“ (Der Heilige Petrus Canisius († 1597) in seiner ‘Summa Doctrinae Christianae’)

„Keine Sünde in der Welt hat die Seele so sehr in ihrer Gewalt wie die verfluchte Sodomie. Diese Sünde ist immer von jenen verachtet worden, die ein gottgemäßes Leben führen […]. Dieses Laster stört den Verstand, zerstört die Erhabenheit und Großzügigkeit der Seele, stürzt den Geist von hohen Gedanken zu den niedrigsten hinab, macht die Person faul, aufbrausend, aufsässig und hartnäckig, unterwürfig und weich und zu allem unfähig […]. In der Hölle leiden manche mehr als andere. Wer mit dem Laster der Sodomie gelebt hat, leidet mehr als ein anderer, denn dies ist die größte Sünde.“ (Der heilige Bernhardin von Siena († 1444) in einer Predigt, „Sermon XXXIX.)

Die Verhältnisse zur Zeit des heiligen Petrus Damianus

Mit der Christianisierung hatte die Kirche zwar durch die Taufe neue Glieder erhalten. Aber viele behielten die verderbten Sitten bei, die sie bereits vorher gewohnt waren. Ab dem 9. Jahrhundert war die Moral des Klerus bereits so weit gesunken, daß es 300 Jahre bis zur Gregorianischen Reform brauchte, um die massive Verletzung des Keuschheits-Gelübdes durch Priester, Mönche und Nonnen und die Zunahme von Sodomie und Päderastie unter den Ordensleuten wirksam niederzukämpfen.

Das zehnte Jahrhundert wird auch das „Eiserne Jahrhundert“ genannt. Denn da begann die Erniedrigung des Papsttums und der Kirche. Wie P. Hamerle in seiner Papstgeschichte schreibt, hat ein schnödes Weiberregiment sich in Rom festgesetzt. „Die Päpste waren ein Schatten. Sittenlose Weiber bestimmten, welcher ihrer Günstlinge oder Parteigenossen den Stuhl des heiligen Petrus einnehmen sollte. Rom war keine Weltstadt mehr, sondern nur die Stadt eines kleinen Fürstentums und der Papst schien der Hausgeistliche der herrschenden Partei zu sein. Mehrere Päpste wurden gewaltsam beseitigt; einer von diesen wurde von seinem eigenen Hauskaplan ermordet, der nach diesem Verbrechen den päpstlichen Stuhl usurpierte.“

Die Zeit der Knechtschaft der Päpste

Im elften Jahrhundert schließlich hatten die römischen Adelsgeschlechter die Papstwahl fest im Begriff. Sie hatten ihre eigenen Verwandten auf den Papstthron gesetzt. Doch waren diese Päpste nicht, wie viele vielleicht meinen, in ihrem Lebenswandel unmoralisch. Sondern sie haben trotz ihrer Abhängigkeit noch Gutes für die Kirche tun können. Unter den Päpsten im zehnten Jahrhundert war eine Kreatur aus dem römischen Adelsgeschlecht für die Kirche eine unrühmliche Erscheinung. Dieser Papst hieß Johannes XII. Doch im elften Jahrhundert wurde aus dem Geschlecht der Crescentier eine noch schlimmere Kreatur als Johannes XII. auf den Papstthron gesetzt, nämlich Benedikt IX. Erst unter dem deutschen Kaiser Heinrich III. konnte sich das Papsttum aus den unwürdigen Fesseln befreien.

In dieser Zeit der Knechtschaft der Päpste hatte sich allgemein die Unmoral in allen Bereichen der Gesellschaft, des Klerus und der Orden ausgebreitet. Unter den Klerikern begann man, von neuen Sünden wie Simonie oder Nikolaitismus zu sprechen. Neue unmoralische Praktiken, die bis dahin unbekannt oder auf besonders perverse Personen beschränkt waren, wurden über Nacht auch zum Allgemeingut der geweihten Männer.

Durch Simonie und Nikolaitismus in die klerikale Unmoral

Dies wurde natürlich durch die Simonie, d.h. den Kauf der priesterlichen und bischöflichen Würden, gefördert. Denn mit diesem Kauf hatten die Simonisten gleichzeitig einträgliche und lukrative Pfründe erworben. Selten stand ihr Sinn danach, ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen. Stattdessen ergötzten sie sich in skandalösen weltlichen Vergnügungen.

Weiterhin gab es Männer, die unfähig waren, ihre Sexualität zu kontrollieren. Trotzdem traten sie in die Orden ein, wo sie ihre widernatürlichen Praktiken pflegten. Ein großer Teil des Klerus hatte seine Bestimmung vergessen und lag wie begraben im Laster der Simonie und des Nikolaitismus. Das Volk hatte keine Führer. Darum fiel es immer mehr einer tief betrübenden Gott-Entfremdung anheim. Diese Übelstände waren zur Zeit des hl. Petrus Damianus weit verbreitet.

Doch gerade aus dem Volk kam der Aufschrei der Gläubigen über die Sittenlosigkeit ihrer Hirten.

Der ‚Liber Gomorrhianus‘ des hl. Petrus Damianus

Petrsu Damianus im Stuhl sitzend, ein Buch in der Hand, zum Himmel schauendQuelle: wikimedia

Das ‚Liber Gomorrhianus‘ ist eine schonungslose Abhandlung über die Sodomie. Petrus Damianus befand sich in seiner schonungslosen Kritik im Einklang mit der kirchlichen Lehre, die seit der Zeit der Apostel überliefert ist. Er vertrat nämlich die Auffassung, daß alle sodomitischen Handlungen Verbrechen gegen die Natur und somit Verbrechen gegen Gott sind. Denn Gott ist der Urheber der Natur.

Es muss dem Heiligen sehr schwer gefallen sein, über dieses widerwärtige Laster der Sodomie zu schreiben. Es war für ihn ein tiefer Schmerz, daß unter den Klerikern und Ordensleuten in der Kirche in solch weitem Ausmaß dieses Laster herrschte. Und trotz der großen Abneigung gegen diese ekelhafte Sünde hat er sich überwunden, über die vier sodomitischen Praktiken zu schreiben. Wir werden diese aus verständlichen Gründen hier nicht nennen.

Die Gründe für seine schonungslose Abhandlung über die Sodomie

Petrus Damianus hat mit der Abfassung des ‚Liber Gomorrhianus‘, das er Papst Leo IX. vorlegte, auch deutlich gemacht, welche Motivation für ihn ausschlaggebend war. Sein erstes und wichtigstes Anliegen für die Abfassung war die Rettung der Seelen. Das Werk war zwar speziell an den Heiligen Vater gerichtet. Doch seine Verbreitung war für die Weltkirche bestimmt, insbesondere für die Bischöfe des weltlichen Klerus und die Ordensoberen.

Dieses Werk zeigt in aller Deutlichkeit die Laster auf, die den Klerus jener Zeit verdarben. Und dieses Verderben heißt eben Gomorrhianus oder Sodomie.

„Ein gewisses widerliches und abscheuliches Laster hat unter uns Wurzeln geschlagen. Wenn sie nicht so bald wie möglich mit fester Hand ausgerottet wird, ist es klar, daß das Schwert des göttlichen Zorns von einem Augenblick zum anderen zum Verderben vieler zuschlagen wird (…). Die Sünde gegen die Natur kriecht wie eine Krabbe, bis sie die Priester erreicht. Und zuweilen bewegt sie sich wie ein grausames Tier, das in die Herde Christi eingeführt wurde, so listig, daß es für viele von ihnen besser wäre, von den Wächtern ergriffen zu werden, als unter dem Deckmantel ihres religiösen Standes so leicht unter das eiserne Joch der Tyrannei des Teufels geworfen zu werden, zumal wenn sie so vielen Menschen einen Skandal bereitet (…). Und wenn der Heilige Stuhl nicht so bald wie möglich energisch eingreift, wenn wir dieser ungezügelten Lust Einhalt gebieten wollen, wird es niemanden geben, der sie aufhält.“

Wer bin ich, wenn ich sehe…

Durch fast tausend Jahre donnert der heilige Petrus Damianus das wahre „Wer bin ich“ zu uns herüber.

„Wer bin ich, wenn ich sehe, wie diese pestartige Praxis in der Priesterschaft gedeiht, daß ich zum Mörder der Seele eines anderen werde, indem ich es wage, meine Kritik zu unterdrücken, in Erwartung der Abrechnung von Gottes Gericht? … Wie soll ich denn meinen Nächsten lieben wie mich selbst, wenn ich nachlässig zulasse, daß die Wunde, an der er sicher brutal sterben wird, in seinem Herzen eitert? … So soll mich niemand verurteilen, wenn ich gegen dieses tödliche Laster argumentiere, denn ich suche nicht zu entehren, sondern das Wohl meines Bruders zu fördern.“

„Hüte dich davor, dem Sünder gegenüber parteiisch zu erscheinen, während du denjenigen verfolgst, der ihn aufrichtet. Man möge mir verzeihen, wenn ich die Worte des Mose verwende: ‚Wer für den Herrn ist, der soll mit mir sein.‘ (Hes 32,26)“.

Geißelung der sodomitischen Kleriker in ihrem Drang nach höheren Weihen

Der „Liber Gomorrhianus“ ist die aufrichtigste und traurigste Anklage über die Unmoral unter dem Klerus. Sie hatte sich wie die Pest ausgebreitet und bis dahin ungeahnte moralische Grenzen überschritten. Damianus geißelte die Tendenz der Kleriker, die in sexuelle Perversion verwickelt sind, aber in der Kirche aufzusteigen gewillt sind und andere für ihren Lebensstil zu gewinnen.

„Warum, so frage ich, ihr verdammten Sodomiten, strebt ihr mit so brennendem Ehrgeiz nach der Höhe der kirchlichen Würde?“, schreibt Damian. „Warum trachtet ihr so sehr danach, das Volk Gottes in das Netz eures Verderbens zu ziehen? Genügt es euch nicht, daß ihr euch selbst in den hohen Abgrund der Schurkerei stürzt, wenn ihr nicht auch andere in die Gefahr eures Sturzes hineinzieht?“

Er warnte diese Kleriker, die in ihren unnatürlichen Begierden verharrten, davor, den Zorn Gottes zu entfachen. Hört auf damit, „damit ihr durch eure Gebete Ihn nicht noch mehr provoziert, den euer gottloses Leben so offensichtlich beleidigt“. Petrus Damianus erinnerte Kleriker und Prälaten gleichermaßen daran, daß „es eine furchtbare Sache ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ (Hebr 10,31)

Die Vertuschung der Sodomie unter den Klerikern

Auch im 11. Jahrhundert gab es schon die falschen Apostel der Toleranz und Barmherzigkeit, die die Praxis der Sodomie verharmlosten und ihre Befürworter verteidigten.

„Einige kirchliche Führer, die vielleicht nachsichtiger sind, als es für diese Sünde angemessen wäre, sind der Meinung, daß niemand wegen der ersten drei oben aufgezählten Sündengrade aus dem Orden ausgeschlossen werden sollte. Sie stimmen nur der Degradierung derjenigen zu, die nachweislich den vierten Grad (Sodomie) begangen haben. Und so kommt es, daß einige, von denen wir wissen, dass sie mit acht oder sogar zehn anderen Personen in diese Verirrung gefallen sind, trotzdem im Dienst bleiben. Diese falsche Gnade heilt die Sünde zweifellos nicht, sondern verschlimmert sie und ermutigt sie sogar. Sie führt nicht zur Reue für die begangenen Entgleisungen, sondern gibt die Freiheit, sie weiterhin zu begehen.“

Petrus Damianus brandmarkte die laxe Haltung der Vorgesetzten für ihr „Schweigen“ in Bezug auf klerikale Sodomie. Er sah sie als Mitschuldige derer an, die ihrer Autorität unterstehen.

„Zweifellos erteilen diejenigen, die die Augen vor den Sünden ihrer Untergebenen verschließen, die zu korrigieren sie verpflichtet sind, ihren Untergebenen durch ihr unbedachtes Schweigen auch eine Lizenz zum Sündigen“, schrieb Damianus.

Die falsche Buß- und Beichtpraxis

Damianus drängte auf die Abschaffung der laxen Kanones. Er vertrat die Ansicht, daß die Kleriker mit den schlimmsten Vergehen dauerhaft aus dem Priesteramt entfernt werden sollten. Alle, die sich in irgendeiner Form der Sodomie schuldig gemacht hatten, sollten die viel längeren und schwierigeren Bußübungen ableisten, die von den Bischofssynoden des ersten Jahrtausends festgelegt worden waren. Diese Bußzeiten umfassten viele Jahre der allmählichen Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft mit der Kirche.

Der Grund dafür war in seinen Augen gerade die Schwere dieses Vergehens. Denn solange der „fleischliche Mensch … nicht fürchtet, durch seine Unbesonnenheit seinen ehrenhaften Stand zu verlieren, ist er auch geneigt, neue Laster zu begehen und länger in denen zu verharren, die er ungestraft begangen hat, so daß er sozusagen, solange er nicht dort getroffen wird, wo es am meisten weh tut, gelassen in dem Schweinestall der schmutzigen Obszönität liegt, in den er zuerst gefallen ist.“

Keine Buße ohne Degradierung

Als großer Kenner der menschlichen und klerikalen Natur wusste Petrus Damianus auch, daß Bußen ohne Degradierungen nichts nützen. Spirituelle Exerzitien und „Versetzungen“ waren seiner Meinung nach nutzlos.

„Der lüsterne Mensch, in welchem Zustand er auch immer sein mag, ist viel mehr erschrocken und entsetzt darüber, von den Menschen verachtet zu werden, als darüber, vor dem Tribunal des obersten Richters verurteilt zu werden. Und deshalb erträgt er lieber die Schmerzen der Buße, so hart und streng sie auch sein mögen, als sich der Gefahr auszusetzen, erniedrigt zu werden. (…) Solange er also nicht sozusagen dort getroffen wird, wo es ihn am meisten schmerzt, wird er bequem im fauligen Morast der Lust verharren.“

„Ich will von Angesicht zu Angesicht mit dir sprechen, wer immer du auch bist, du lüsterner Mensch. Ist es nicht so, daß du dich weigerst, geistlichen Menschen deine Sünden zu bekennen, weil du Angst hast, des kirchlichen Amtes enthoben zu werden? (…)“

„Ihr sagt mir: Wenn ein Mensch nur zwischen den Beinen eines anderen gesündigt hat, soll er Buße tun; aber lasst uns ein wenig Nachsicht üben und ihn nicht für immer seines Amtes entheben. Und ich frage euch: Wenn jemand mit einer Jungfrau frevelhaft gesündigt hat, sollte er dann eurem Urteil nach im Amt bleiben? In diesem Fall besteht für sie kein Zweifel, daß er abgesetzt werden sollte. Was man mit Recht behauptet, wenn es sich um eine geweihte Jungfrau handelt, muss man notwendigerweise auch von einem geistlichen Sohn sagen (…), denn in diesem Fall, da es sich um einen Menschen gleichen Geschlechts handelt, ist die Sünde umso schlimmer, als sie auch gegen die Natur ist.“

Die Praxis der Sodomie ist unvereinbar mit der Würde des Priestertums

Für Petrus Damianus steht auch die Frage der Sodomie im Klerus in engem Zusammenhang mit der Würde des Priestertums. Insbesondere ist die unzüchtige Praxis unvereinbar mit dem Messopfer. Denn der sodomitische Priester entweiht das hochheilige Messopfer. Diese Art von Priestern sind deshalb „unwürdig“, das Opfer darzubringen.

Er fragt deshalb: „Wenn es einem solchen Priester kaum erlaubt ist, die Kirche zu betreten, um mit anderen zu beten, wie kann er sich dann dem Altar des Herrn nähern, um für andere zu beten?“

Der heilige Petrus Damianus hat ganz klar zum Ausdruck gebracht, daß „diejenigen, die Sklaven großer Laster sind, nicht zu den heiligen Orden befördert werden sollten, und diejenigen, die bereits befördert wurden, sollten nicht in ihnen bleiben.“

Es ist deshalb „eine Torheit, daß diejenigen, die sich mit dieser schmutzigen Infektion angesteckt haben, zu den heiligen Weihen befördert werden, und daß diejenigen, die bereits befördert wurden, im Amt bleiben. Eine solche Entscheidung widerspricht der Vernunft und steht eindeutig im Widerspruch zu den Urteilen der heiligen Väter.“

Folglich kann ein Sodomit nicht danach streben, die heiligen Weihen zu empfangen.

„Wer sich mit einem anderen Mann verunreinigt hat – eine Sünde, die, wie wir oben gezeigt haben, nach dem alten Gesetz mit dem Tode bestraft wird -, mag er noch so sehr wegen seiner guten Gewohnheiten geschätzt werden, mag er sich noch so sehr dem Studium der Psalmen widmen, mag er sich noch so sehr in der Liebe zum Gebet hervortun, mag er noch so sehr in dem Ruf stehen, ein religiöses Leben zu führen, so mag er zwar Buße tun und Vergebung für seine Fehler erlangen, aber er kann auf keinen Fall danach streben, die heiligen Weihen zu empfangen.“

Wie kann ein Sodomit die rechte katholische Lehre lehren?

Und dann drückt der heilige Petrus Damianus eine Wahrheit aus, die so klar ist, daß niemand sie bestreiten kann.

Wie kann ein verkehrter oder lüsterner Mensch, wie viel er auch studiert haben mag, seine Herde eine rechte Lehre lehren, wenn er sie selbst nicht befolgt?

„Wenn der Weise das Gesetz der Kirche nicht respektiert, wie soll es dann der Unwissende respektieren? Wenn ein weiser Mann unrechtmäßig zum Priester befördert wird, ist zu erwarten, daß seine Schüler, die in der Regel unerfahrener sind, auf den Weg des Irrtums geführt werden, den er zuerst beschritten und den er mit seinen stolzen Füßen betreten hat. Und er wird nicht nur für seine eigene Sünde verurteilt werden, sondern auch dafür, daß er andere durch das Beispiel seines eigenen Hochmuts zur Nachahmung angestiftet hat.“

Die furchtbaren Folgen für den Sodomiten

„Wenn diese äußerst giftige Schlange einmal ihre Giftzähne in die unglückliche Seele gedrückt hat, wird der Seele die Vernunft weggerissen, das Gedächtnis weggetragen, die Schärfe des Verstandes verdunkelt. Die Seele nimmt keine Rücksicht mehr auf Gott und vergisst sogar sich selber. Diese Seuche untergräbt das Fundament des Glaubens, schwächt die Stärke der Hoffnung, zerstört das Band der Liebe. Sie nimmt die Gerechtigkeit weg, zersetzt die Stärke, verbannt die Keuschheit, schwächt die Feinheit der Besonnenheit ab. Was sollte ich noch mehr sagen, da sie das ganze Heer der Tugenden aus der Kammer des menschlichen Herzens hinaustreibt und jedes barbarische Laster einführt, als ob die Riegel seiner Türen herausgerissen worden wären?“

Nach Damianus übertrifft das Laster der Sodomie „die Ungeheuerlichkeit aller anderen“ Laster.

„Sie bringt unweigerlich den Tod für den Körper und die Zerstörung der Seele. Sie verunreinigt das Fleisch, löscht das Licht des Verstandes aus, vertreibt den Heiligen Geist aus dem Tempel des menschlichen Herzens und verschafft dem Teufel, dem Stimulator der Lust, Einlass. Er führt zum Irrtum und entfernt die Wahrheit völlig aus dem verblendeten Geist. …Es öffnet die Hölle und verschließt die Tore des Paradieses. … Es ist dieses Laster, das die Mäßigung verletzt, die Bescheidenheit tötet, die Keuschheit erwürgt und die Jungfräulichkeit abschlachtet. … Es beschmutzt alles, besudelt alles, verunreinigt alles. …“

Soll ich noch mehr sagen?

„Dieses Laster schließt einen Menschen aus dem versammelten Chor der Kirche aus. …Es trennt die Seele von Gott, um sie mit Dämonen zu vereinen. Diese durch und durch kranke Königin von Sodoma macht denjenigen, der den Gesetzen ihrer Tyrannei gehorcht, für die Menschen schändlich und für Gott abscheulich. …Sie entkleidet ihre Ritter der Rüstung der Tugend und setzt sie den Speeren aller Laster aus. …Sie demütigt ihren Sklaven in der Kirche und verurteilt ihn vor Gericht; sie beschmutzt ihn im Verborgenen und entehrt ihn in der Öffentlichkeit; sie nagt an seinem Gewissen wie ein Wurm und verzehrt sein Fleisch wie Feuer …

Dieser unglückliche Mensch ist jeglichen moralischen Sinnes beraubt, sein Gedächtnis versagt, und der Blick des Geistes ist verdunkelt. Unachtsam gegenüber Gott, vergisst er auch seine eigene Identität. Diese Krankheit untergräbt das Fundament des Glaubens, schwächt die Lebenskraft der Hoffnung und löst das Band der Liebe auf. Sie macht der Gerechtigkeit Platz, zerstört die Tapferkeit, beseitigt die Mäßigung und stumpft die Schärfe der Klugheit ab. Soll ich noch mehr sagen?“

Verstocktheit und Verblendung als Folge der Sodomie

Die drei Männer (Engel) blenden die Männer von Sodoma, die sie missbrauchen wolltenQuelle: annaramalho

In dem Bericht über Sodoma heißt es in Gen. 19,11:

„Und die, welche draußen waren, schlugen sie mit Blindheit vom Kleinsten bis zum Größten, so daß sie die Türe nicht finden konnten.“

Die drei Männer, die die Sodomiten missbrauchen wollten, waren aber drei Engel. Und diese Engel schlugen die Ungeheuerlichen mit Blindheit.

Der heilige Apostel Paulus lehrt uns einiges über die Blindheit und Verblendung, die Gott zur Strafe über die Sodomiten verhängt.

„Darum überließ sie Gott den Lüsten ihres Herzens, der Unreinigkeit, so daß sie ihre eigenen Leiber an sich selbst schändeten,
sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten, und mehr das Geschöpf verehrten und anbeteten, als den Schöpfer, welcher gepriesen sei in Ewigkeit. Amen.
Darum überließ sie Gott schändlichen Lüsten: denn ihre Weiber vertauschten den natürlichen Gebrauch mit dem, der wider die Natur ist.
Und desgleichen verließen auch die Männer den natürlichen Gebrauch des Weibes, und entbrannten in ihren Begierden gegeneinander, indem sie, Männer mit Männern, Schändlichkeit trieben, und (so) den Lohn, der ihrer Verirrung gebührte, an sich selbst empfingen.
Und wie sie die Erkenntnis Gottes verwarfen, überließ sie Gott dem verwerflichen Sinn, zu tun, was sich nicht geziemt.“ (Röm 1, 24-28)

Für diejenigen, die gegen ihr besseres Wissen sich solchen Verirrungen hingeben, lässt Gott es zu, daß sie in die unnatürlichen Laster fallen. Das heißt, Gott straft Sünde mit Sünde. Oder er lässt sogar zu, daß auf Sünde noch größere Sünde folgt.

Und Petrus Damianus kommentiert dazu:

„Nach der göttlichen Gerechtigkeit ist es nur logisch, daß diejenigen, die sich mit solch abscheulichen Sünden beschmutzt haben, dazu verurteilt werden, in der Dunkelheit ihrer Blindheit zu versinken.“

Und der ewige Tod im Schwefelpfuhl

Und der Heilige beschließt sein Werk mit dem Hinweis auf den ewigen Tod, den diese abscheuliche Sünde mit sich bringt. Diesen Hinweis sollten sich all jene erbärmlichen Verfechter einer falschen Barmherzigkeit hinter die Ohren schreiben:

„Auch Paulus kehrt, nachdem er sie erwähnt hat, zur Sache zurück und sagt: „Wer so etwas tut, ist des Todes würdig, nicht nur derjenige, der es tut, sondern auch derjenige, der es zulässt, daß andere es tun (Röm 1,32) (…). Wenn der Apostel ein so hartes Urteil nicht über die Juden fällt – falls sie gläubig waren -, sondern über die Heiden, die Gott nicht kannten, was hätte er dann wohl gesagt, wenn er die Pestilenz dieser Verbrechen im Leib der heiligen Kirche entdeckt hätte? Und mit welchem Schmerz und Feuer des Mitleids hätte nicht eine so heilige Brust gebrannt, wenn sie gesehen hätte, wie dieser faulige Gestank sogar in den heiligen Orden selbst eingedrungen ist?“

Schließlich gibt er nochmals die Warnung an den Klerus, auch wegen des Schweigens zu einer fremden Sünde (siehe Canisius-Katechismus) verdammt zu werden.

„Besonders diejenigen, die die Augen verschließen, wenn sie die Sünden ihrer Untertanen korrigieren müssen, und ihnen durch ihr törichtes Schweigen einen Freibrief zur Sünde geben. Sie sollen zuhören und sofort begreifen, daß alle zum Tode verurteilt werden: nicht nur diejenigen, die solche Sünden begehen, sondern auch diejenigen, die anderen erlauben, sie zu begehen.“

(Nun, da selbst die Teufel sich vor der Sodomie ekeln, werden die unbußfertigen Sodomiten nach dem Richterspruch Gottes vielleicht doch in einer gesonderten Abteilung der Hölle vorlieb nehmen müssen.)

Lob des heiligen Papstes Leo IX. an den heiligen Petrus Damianus

Der hl. Papst Leo IX. mit Tiara, Kreuzstab und der Heiligen SchriftQuelle: saintscatholic

Als der heilige Petrus Damianus sein Büchlein gegen das Laster der klerikalen Sodomie beendet hatte, schickte er es an den Stellvertreter Christi. Zu dieser Zeit regierte ein anderer zukünftiger Heiliger, Papst Leo IX. Ihn bat Petrus Damianus, sein Amt zu nutzen, um die Verordnungen der heiligen Kanones zu reformieren und zu verschärfen, was das Vorgehen gegen klerikale Sodomiten betrifft. Dazu gehörten auch die Maßnahmen gegen die Ordensoberen und Bischöfe, die ihre geistlichen Söhne sexuell missbrauchten.

Papst Leo IX. lobte das ‚Liber Gomorrhianus‘ und den hl. Petrus Damianus persönlich in den höchsten Tönen. Er äußerte zugleich den Wunsch, daß „alle mit Gewissheit wissen, daß alles, was dieses Büchlein enthält, unserem Urteil gefällt und dem teuflischen Feuer ebenso entgegengesetzt ist wie dem Wasser“.

Er warnte potenzielle Kritiker, daß diejenigen, die es wagen, die apostolische Entscheidung zu kritisieren oder anzugreifen, Gefahr laufen, ihren Rang zu verlieren. Und um deutlich zu machen, an wen sich diese Warnung richtet, fügte der Papst sogleich hinzu: „Denn wer das Laster nicht angreift, sondern leichtfertig damit umgeht, der ist mit Recht seines Todes schuldig, ebenso wie derjenige, der in Sünde stirbt.“

Die Glaubwürdigkeit des heiligen Petrus Damianus

Natürlich war Damians Abhandlung umstritten und unerwünscht. Vor allem bei Oberen und Mitgliedern der Hierarchie, die ihre „geistlichen Söhne“ sodomisierten. Aber auch für solche mit schlechtem Gewissen, die nicht in der Lage oder nicht willens waren, ihre Autorität bei der strengen Bestrafung sodomitischer Kleriker oder Mönche auszuüben, war das Werk naturgemäß unbequem.

Daß Damianus tatsächlich die volle Wahrheit über das Ausmaß dieser Plage in der Kirche in seinem Büchlein schrieb, lässt sich auch aus einer Reihe späterer Ereignisse ableiten. So gab es die Verurteilung der klerikalen Unmoral einschließlich der Sodomie auf der Synode von Florenz, an der Damianus im Juni 1055 unter dem Pontifikat von Papst Viktor II. teilnahm. Fast 50 Jahre nach Damians Tod erließ das Konzil von Nablus, das 1120 unter der Leitung von Garmund, Patriarch von Jerusalem, und Baldwin, König von Jerusalem, zusammentrat, weiterhin Edikte und Strafen gegen das Laster und Verbrechen der Sodomie.

Der heilige Anselm (1033-1109) als Erzbischof von Canterbury bestätigte Damians These von der weit verbreiteten Praxis der Sodomie nicht nur unter Klerikern, sondern auch unter Bürgern und Höflingen. Er stellte fest, daß „… diese Sünde (Sodomie) in einem solchen Ausmaß öffentlich begangen worden ist, daß sie kaum jemanden erröten lässt, und daß viele in Unkenntnis ihrer Schwere in sie verfallen sind.“

Leo IX. sagte Damians zukünftige Belohnung im Himmel voraus

Damians Ruf und seine Glaubwürdigkeit waren in den Augen der Päpste absolut. Papst Leo IX. und spätere Päpste suchten weiterhin seine Dienste und seinen Rat, darunter Papst Nikolaus I. (1059 bis 1061) und Papst Gregor VII. Papst Stephan X. (1057 bis 1058) ernannte Damian 1057 zum Kardinal, weihte ihn zum Kardinalbischof von Ostia und ernannte ihn zum Administrator der Diözese Gubbio.

Papst Leo IX. lobte Damian dafür, daß er durch sein Beispiel und nicht durch bloße Worte lehrte. Er schloss seinen Brief mit der schönen Hoffnung, daß Petrus Damianus, wenn er mit Gottes Hilfe seine himmlische Wohnstatt erreicht, seinen Lohn ernten und gekrönt werden möge, „…gewissermaßen mit all denen, die von dir den Schlingen des Teufels entrissen wurden.“

Der Papst ordnete nun ein Strafsystem für diejenigen an, die sich der Sodomie schuldig gemacht hatten. Dieses System war wesentlich strenger, als das, was zuvor bestand. Auf einer Synode in Reims, während einer seiner Reformreisen durch Europa, billigte er außerdem einen Kanon, der die Exkommunikation für diejenigen vorsah, die sich der Sodomie schuldig gemacht hatten.

Teil 1: Die Stellung der katholischen Kirche zur Sodomie im ersten Jahrtausend

Quellennachweise

Die Zitate aus Petrus Damianus ‚Liber Gomorrhianus‘ sind folgenden Quellen entnommen:

1. Der Kampf des heiligen Petrus Damian gegen klerikale Homosexualität bietet nützliche Lektionen für die heutige Zeit

Der Autor des Beitrages ist auch der Übersetzer des ‚Liber Gomorrhianus“ ins Englische.

2. Als Homosexualität noch eine Sünde war… Der „Liber Gomorrhianus“ auf spanisch (1-2)

Der Übersetzer heißt José-Fernando Rey Ballesteros.

3. Randy Engel, The Rite of Sodomy

Wer katholische Informationen über die einzelnen Päpste des 10. und 11. Jahrhunderts haben will, der kann auf der folgenden Seite sich kundig machen:

Die Geschichte der Päpste von 964 bis 1198

Die Reihe der Papstbeiträge wird dort weiter fortgesetzt.

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